Brandenburger Tor

Guttenberg fordert Reagan-Plakette in Berlin

Der Verteidigungsminister fordert den Berliner Senat auf, mit einer Plakette am Brandenburger Tor an die Verdienste des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan um die deutsche Einheit zu erinnern. Die Landesregierung reagiert allerdings zurückhaltend.

Berlin sollte den früheren US-Präsidenten Ronald Reagan nach einem Vorschlag von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit einer Plakette am Brandenburger Tor ehren. Guttenberg forderte den Senat auf, damit an die Verdienste Reagans um Berlin und die deutsche Einheit zu erinnern.

Der Senat reagierte zurückhaltend. „Nach unserem Eindruck sind wir doch sehr präsent mit Gedenken an Reagan im öffentlichen Raum“, sagte ein Sprecher. Er verwies auf eine Gedenktafel nahe dem Brandenburger Tor und ein Reagan-Zitat im U-Bahnhof vor dem Berliner Wahrzeichen.

Guttenberg hatte am Sonntag in einer Rede in der Gedenkstätte Hohenschönhausen nach Angaben der Stiftung gesagt: „Eine Plakette am Brandenburger Tor wäre ein Zeichen und auch von diesem Senat nicht zuviel verlangt. Bundeskanzlerin Merkel teilt diese Idee genauso ausdrücklich wie das Unverständnis über die Regierung dieser Stadt.“

Reagan hatte 1987 in einer Rede vor dem eingemauerten Brandenburger Tor den sowjetischen Partei- und Staatschef Michail Gorbatschow aufgefordert: „Mr. Gorbatschow, tear down this wall!“ (Mr. Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder). Guttenberg bezog sich bei seiner Kritik am Berliner Senat darauf, dass das Land Berlin den 100. Geburtstag Reagans am Sonntag nicht gewürdigt habe.

Senatssprecher Richard Meng sagte:„Berlin gedenkt Ronald Reagan in Dankbarkeit für seine Solidarität mit der Stadt.“ Die Amtszeit des Präsidenten sei nicht ganz unumstritten gewesen, für Berlin aber sei Reagan immer ein verlässlicher Partner geblieben. Reagan war 2004 im Alter von 93 Jahren gestorben. Die Gedenkstätte im ehemaligen Stasigefängnis wollte mit der Feier an seinen Beitrag zur Überwindung des Kommunismus erinnern.