NRW-Berlin

Entlassener Kinderschänder verlässt Berlin wieder

Ein entlassener Sexualstraftäter aus Nordrhein-Westfalen war am Freitag nach Berlin gereist. Er quartierte sich vorübergehend sogar in einem Jugendhotel ein. Doch dann fuhr er doch wieder zum Bahnhof.

Der aus der Haft entlassene Sexualstraftäter Karl D., der sich seit Mittwoch zunächst in einem Berliner Jugendhotel und dann in einer Stadtmission aufgehalten hatte, ist wieder nach Aachen gereist. Das erfuhr Morgenpost Online aus ranghohen Sicherheitskreisen. Der 58-Jährige wurde am frühen Freitagabend von Beamten zum Hauptbahnhof gebracht, wo er mit Zivilbeamten in den Zug nach Aachen in Nordrhein-Westfalen stieg. Die Polizisten werden ihn auch bis dort begleiten. Die Berliner Polizei bleibt allerdings wachsam, weil sie nicht ausschließen kann, dass Karl D. erneut in die Hauptstadt zurückkehrt.

Karl D., der bislang in Nordrhein-Westfalen unter dem Protest von Anwohnern bei seinem Bruder gelebt hatte, war am Mittwoch mit einem Zug am Berliner Hauptbahnhof angekommen, wo er von mehreren Zivilpolizisten erwartet wurde. Nachdem der Mann zwei Stunden lang mit seinem Fahrrad durch die Stadt gefahren und dabei stets von den Beamten verfolgt worden war, wollte er zunächst mit dem Zug zurück nach NRW fahren. In Magdeburg allerdings verließ er die Bahn nach einem Gespräch mit seinem Anwalt, fuhr zurück nach Berlin und mietete sich ausgerechnet in ein Jugendhotel ein, von wo ihn die Polizei aber verwies. Danach fand er eine neue Unterkunft – nur 200 Meter entfernt.

D. hatte wegen brutaler Quälung und Vergewaltigung zweier Mädchen 14 Jahre in bayrischer Haft gesessen, bereits früher hatte er auf gleiche Art eine 17-Jährige vergewaltigt. Nach der Verbüßung seiner Haftstrafe hatte die zuständige Staatsanwaltschaft München nachträgliche Sicherungsverwahrung beantragt, die Richter dort sahen die rechtlichen Voraussetzungen aber nicht gegeben. Der Mann zog schließlich nach Nordrhein-Westfalen.