Kein Platz in Berlin

Guttenberg will Reagan nun selbst würdigen

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An diesem Sonntag wäre Ronald Reagan 100. geworden. Eigentlich wollte Verteidigungsminister Guttenberg, dass bis dahin eine Berliner Straße nach dem 40. US-Präsidenten benannt ist. Doch nun plant er seine eigene Würdigung.

Mit seinem Vorschlag, in Berlin eine Straße oder einen Platz nach dem 40. Präsidenten der USA, Ronald Reagan, zu benennen, konnte sich Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) im Dezember nicht durchsetzen. Nun will der Minister Reagan (1911 bis 2004) an dessen 100. Geburtstag an diesem Sonntag in einer Rede würdigen. Eingeladen dazu haben die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und das Berliner Alliiertenmuseum. Die Gedenkstätte im ehemaligen zentralen Stasi-Untersuchungsgefängnis will an den Beitrag Reagans zur Überwindung des Kommunismus erinnern.

Weltberühmt geworden ist Reagans Appell 1987 vor dem Brandenburger Tor: „Mr Gorbachev, open this gate! Mr Gorbachev, tear down this wall!“ (Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor, reißen Sie diese Mauer ein). Damals glaubte kaum jemand, dass zwei Jahre später die Mauer in Berlin fallen wird. Reagan wurde am 9. November 1992 für seine Verdienste um die deutsche Einheit die Ehrenbürgerschaft Berlins verliehen, zusammen mit Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und dem früheren sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow.

Der Senat plant keine größere Würdigung Reagans. Am Montag werden US-Botschafter Philip D. Murphy, einer seiner Vorgänger - Richard Burt - und Parlamentspräsident Walter Momper (SPD) an Reagans Gemälde in der Ehrenbürgergalerie im Abgeordnetenhaus Blumen niederlegen. Berlin danke so einem Mann, der sich „als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika mit Mut, Standhaftigkeit und Überzeugung für die Aufhebung der gewaltsamen Teilung eingesetzt hat“, hieß es dazu.

Die Zurückhaltung des rot-roten Senats anlässlich des 100. Geburtstages von Reagan wurde von der Opposition kritisiert. Der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende Friedbert Pflüger hatte schon 2007 zum 20. Jahrestag der Rede Reagans vorgeschlagen, eine Straße nach dem US-Präsidenten zu benennen.

Auch Guttenberg erinnerte an die Verdienste Reagans. Der Senat könne so beweisen, „dass rot-rote Dankbarkeit nicht bei Rudi Dutschke enden muss“, sagte er im Dezember der „Bild“-Zeitung. Er spielte damit darauf an, dass ein Teil der Kochstraße in Kreuzberg nach einem Bürgerentscheid nach dem Studentenführer benannt wurde. Allerdings fällt die Benennung von Straßen und Plätzen in die Zuständigkeit der Bezirke.

( dpa/ap )