Wohnen

Berliner Kaltmieten übersteigen 5-Euro-Marke

Das Leben in Berlin wird immer teurer: In den vergangenen zwei Jahren sind die Mieten wieder weiter gestiegen. Der neue Mietspiegel wird offenbar zeigen, dass die Kaltmieten nun durchschnittlich über der Marke von fünf Euro pro Quadratmeter liegen.

Die Mieten in Berlin sind in den vergangenen beiden Jahren weiter gestiegen. Bei den durchschnittlichen Kaltmieten sei die Marke von fünf Euro pro Quadratmeter am Stichtag 1. September 2010 überschritten worden, berichtete die "Berliner Zeitung" (Donnerstag) unter Berufung auf Ergebnisse für den neuen Mietspiegel 2011, der im Mai veröffentlicht wird. Im vorherigen Mietspiegel 2009 lag die Durchschnittsmiete bei 4,83 Euro. Wohnen in Berlin ist damit weiterhin deutlich billiger als in anderen deutschen Großstädten.

Der Mietspiegel wird vom Hamburger Institut Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt (F+B) im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung berechnet. Die Zahlen seien aber noch nicht endgültig, weil Vermieter- und Mieterverbände sie noch begutachten müssten, sagte der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Reiner Wild, am Donnerstag. Der Mietspiegel gibt Auskunft über die ortsübliche Vergleichsmiete einer Wohnung je nach Größe, Lage, Ausstattung und Baualter. Bei Neuvermietungen stellen die Werte des Mietspiegels aber keine Grenze dar.

Der Berliner Mieterverein fordert, den Mietpreis per Landesgesetz auch bei neuen Verträgen an die ortsübliche Miete zu koppeln, etwa einen Aufschlag von fünf Prozent auf die Mietspiegelwerte als Obergrenze festzuschreiben. Es gebe zwar über den Bundesrat eine Mieteninitiative Berlins. Das dabei angestrebte Verfahren, zu hohe Mieten über das Wirtschaftsstrafgesetz zu verhindern, sei jedoch zu kompliziert und löse in der Praxis die Probleme nicht, sagte Wild.

Auch die Grünen-Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl imSeptember, Renate Künast, verlangte, bei Neuvergabe von Wohnungen die Mieterhöhung zu begrenzen. Der Senat müsse aktiv werden. Dessen Verkauf von Wohnungsgesellschaften, zuletzt der GSW, räche sich jetzt. Der sozialpolitische Einfluss auf die Wohnungsversorgung sei deshalb gesunken.

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