Prozess

Bewährungsstrafe für Flaschenwürfe am 1. Mai

Ein 20-Jähriger aus Sachsen-Anhalt hatte am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg zwei Flaschen in Richtung von Polizisten geworfen. Vor Gericht bereute er sein Verhalten und kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Ein Sozialassistent aus Wernigerode in Sachsen-Anhalt ist am Montag als Beteiligter der Berliner Maikrawalle zu acht Monaten Haft mit Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den 20-Jährigen des schweren Landfriedensbruchs und der versuchten gefährlichen Körperverletzung schuldig. Der Angeklagte war am 1. Mai mit der Bahn in die Hauptstadt gereist. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er am Abend im Szene-Stadtteil Kreuzberg zwei Flaschen in Richtung von Polizisten und eines Polizeiwagens schleuderte. Ein Treffer konnte nicht festgestellt werden.

Der Angeklagte hatte nach eigener Darstellung eigentlich an einer Demonstration gegen Neonazis in der Hauptstadt teilnehmen wollen, die aber schon beendet gewesen sei. Damit sich der Tag noch lohnt, sei er mit seinen Freunden nach Kreuzberg gezogen, um zu demonstrieren. Dort flogen Flaschen und Steine, plötzlich sei man im „Tohuwabohu“ gewesen, erinnerte sich der 20-Jährige. „Ich wollte den dicken Max markieren“, sagte er zu seinen Flaschenwürfen. Er habe sich inzwischen mit seiner Tat auseinandergesetzt und großen Ärger mit seinen Eltern bekommen.

In seinem Schlusswort entschuldigte sich der Sozialassistent. Er habe keinen Menschen hinter der Uniform gesehen, sagte der 20-Jährige. Eine solche Einstellung kritisiert das Gericht. Es sei nicht angenehm für Polizisten, dass sie jedes Jahr am 1. Mai „eins auf die Mütze“ kriegen, redete die Richterin dem Sozialassistenten ins Gewissen.