Demonstration

Protest gegen Sozialpolitik kleiner als erwartet

Mehrere Tausend Menschen haben in Berlin gegen die Sozialpolitik der Bundesregierung demonstriert. Die ursprünglich erwarteten 10.000 Demonstranten kamen aber nicht.

Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag in Berlin gegen die Sozialreform Hartz IV demonstriert. Es seien Demonstranten aus ganz Deutschland angereist, sagte ein Sprecher. Aufgerufen hatten Organisatoren von sogenannten Montagsdemonstrationen aus 49 Städten. Die Angaben zur Teilnehmerzahl schwankten zwischen 3500 und 7000.

Zwei getrennte Züge zogen vom Hermannplatz in Neukölln und vom S-Bahnhof Prenzlauer Allee in Pankow los. Nach Polizeiangaben verlief alles friedlich. Bei einer der Startkundgebungen sprachen laut Veranstalter auch Gewerkschafter aus Chile und Bolivien. Der Abschluss der Proteste fand am Nachmittag auf dem Alexanderplatz statt. Viele Teilnehmer trugen Transparente, auf denen unter anderem Sätze wie „Ich bin betroffen“ oder „Weg mit Hartz IV, das Volk sind wir“ zu lesen waren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhalte mit der Demonstration die Antwort auf ihre „provokative Erhöhung“ des Hartz-IV-Regelsatzes um fünf Euro, sagte der Sprecher der Bewegung, Fred Schirrmacher. Gleichzeitig kündigten die Veranstalter einen „heißen Herbst“ mit Protesten in ganz Deutschland an. Die Regierung sei angezählt, heißt es in einem Aufruf der Veranstalter. Nun sei es Zeit aufzustehen und selbst aktiv zu werden.

Die Veranstalter von vielen linken Gruppen wollten an die Montagsdemonstrationen vor einigen Jahren anknüpfen. Ursprünglich wurden dazu 10.000 Teilnehmer erwartet. Politische Parteien oder die Gewerkschaften hatten nicht zu der Veranstaltung aufgerufen und schickten auch keine prominenten Redner. "In Anbetracht dessen, dass wir selbst zur Demonstration aufgerufen haben und keine Gewerkschaft uns unterstützt hat, sind wir zufrieden mit der Teilnehmerzahl“, sagte Schirrmacher.