Verfolgungsjagd

Berliner Verkehrsrowdy nach Amokfahrt vor Gericht

Erst nach einer Verfolgungsjagd durch drei Berliner Bezirke konnten Polizisten am Himmelfahrtstag einen Verkehrsrowdy stoppen. Jetzt steht der Fahrer dafür vor Gericht. Allerdings wird es wohl nicht sein einziges Verfahren bleiben.

Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Unfallflucht, Fahrens ohne Führerschein und versuchter Körperverletzung muss sich seit Donnerstag ein 22-Jähriger vor dem Berliner Landgericht verantworten. Daneben ist er auch des schweren Raubes angeklagt. Der junge Mann soll im Mai 2010, am Himmelfahrtstag, bei einer Verfolgungsjagd durch Kreuzberg, Neukölln und Mitte insgesamt acht Fahrzeuge gestreift oder gerammt und den Fluchtwagen am Ende zu Schrott gefahren haben. An den Pkw, darunter auch ein Polizeiwagen und ein Taxi, entstand ein Sachschaden von 33.500 Euro.

Die Verfolgungsfahrt begann laut Anklage am Kielufer in Neukölln, nachdem der 22-Jährige mit dem Wagen seines Vaters einem Polizeiauto die Vorfahrt genommen hatte. Danach soll er jegliche Geschwindigkeitsbeschränkungen und rote Ampeln missachtet sowie Verkehrsschilder umgefahren haben. Außerdem ist er der Anklage zufolge über Bürgersteige gerast, sodass Passanten zur Seite springen mussten. Die Amokfahrt endete in der Krausenstraße in Mitte, wo der Angeklagte gleich drei Fahrzeuge rammte. Danach flüchtete er zu Fuß. Am Auto seines Vaters entstand Totalschaden.

Laut Staatsanwalt hatte der Angeklagte zwei Tage zuvor von einem anderen Pkw das Autokennzeichen gestohlen und an dem späteren Fluchtfahrzeug montiert. Mit dem Wagen soll er dann am Tag vor besagter Fahrt gemeinsam mit Komplizen drei Raubüberfälle begangen haben. Dabei seien Angestellte mit einem Messer bedroht und rund 830 Euro erbeutet worden, heißt es. Zu Prozessbeginn wollte sich der Angeklagte zu den Vorwürfen nicht äußern.

Das Verfahren wird fortgesetzt.