Ausgesetzt

Ladendiebin lässt Kind bei Flucht zurück

Ein ungewöhnlicher Fall beschäftigt zurzeit die Berliner Behörden. Nach dem eine Frau bei einem Ladendiebstahl ertappt wurde, ließ sie einfach ihren Kinderwagen stehen und flüchtete. Zurück blieb ein kleiner Junge.

Ein ungewöhnlicher Fall von Kindesaussetzung beschäftigt derzeit die Polizei und den Kindernotdienst. Eine bislang unbekannte Ladendiebin hat am Sonnabend in Tiergarten einen kleinen Jungen zurückgelassen, als sie in einem Supermarkt auf frischer Tat ertappt worden war. Die Frau, die in Begleitung von insgesamt drei Kindern war, lief mit zwei Mädchen davon und ließ das Kleinkind im Kinderwagen zurück. Der etwa ein- bis eineinhalbjährige Junge wurde dem Kindernotdienst in Kreuzberg übergeben. Die Polizei ermittelt gegen die Unbekannte wegen Diebstahls und Verletzung der Fürsorge- und Aufsichtspflicht.

Der Zwischenfall hatte sich gegen 14 Uhr an der Kurfürstenstraße ereignet. Die nach Polizeiangaben etwa 30 bis 40 Jahre alte Frau hatte in einem Netto-Supermarkt nicht näher bezeichnete Waren eingesteckt und war daraufhin von einer Mitarbeiterin angesprochen worden. Die Unbekannte ignorierte den Vorwurf und verließ mit den beiden etwa zehn bis zwölf Jahre alten Mädchen überstürzt das Geschäft. Dabei ließ sie einen dunkelblauen Buggy stehen, in dem der Junge lag. Das Kind machte einen gepflegten und gesunden Eindruck, sagte ein Polizeisprecher. Der Junge war mit einem blau-weißen Polo-Shirt und einer grau-blauen Strickjacke bekleidet, auf deren Ärmel die Ziffer „9“ aufgedruckt stand. Zudem trug das Kleinkind eine blaue Strumpfhose, eine schwarze Jogginghose und darunter Windeln. Der Junge war mit einer roten Fleecedecke zugedeckt.

Die Kindsmutter soll etwa 1,60 Meter groß und von kräftiger Statur sein. Sie habe laut Polizei wie die Mädchen ein südeuropäisches Aussehen, trug eine schwarze Jacke und eine schwarze Hose. Nach ihr wird gefahndet. Von den Mädchen soll eine blond und eine dunkelhaarig gewesen sein. Möglicherweise, so die Polizei, sei das Verhalten der Frau mit einem illegalen Aufenthalt in Deutschland zu erklären. Das Kleinkind befand sich am Sonntag noch in Obhut des Kindernotdienstes. Am Montag soll das Jugendamt über das weitere Vorgehen beraten.