"Das kann ich besser!"

Künast gibt Wowereit Mitschuld an S-Bahn-Chaos

Die Grüne-Spitzenkandidatin Renate Künast ist überzeugt davon, dass sie mit dem S-Bahn-Chaos in Berlin besser klarkommt als der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit. Auch Verkehrssenatorin Junge-Reyer greift sie an.

Trotz fallender Umfragewerte für die Berliner Grünen erwartet deren Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl, Renate Künast, im September ein spannendes Rennen. In einem Video- Interview mit der Mediengruppe Madsack kritisierte Künast laut Vorabbericht besonders den Nahverkehr. In Berlin gebe es nun seit zwei Jahren S-Bahn-Katastrophen.

„Entweder war es zu kalt oder es war zu warm, immer hatten wir Probleme mit der Bahn“, sagte Künast. Dafür habe auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) eine Verantwortung. Sie sei sicher, dass sie das besser könne. Als Regierende Bürgermeisterin werde sie sich nicht nur zu Silvester um die Bahn-Probleme kümmern, sondern zwölf Monate im Jahr.

„Vor 20 Jahren, als die Mauer fiel, waren wir unter Rot-Grün in der Landesregierung so gut vorbereitet, dass am gleichen Abend noch Privatbusse an die Grenzübergänge fuhren und die Leute, die über den Kudamm fahren wollten, herumfuhren“, sagte sie. Bei der S-Bahn habe der Senat dagegen jetzt nichts getan, obwohl die Probleme absehbar gewesen seien. „Ich könnte fast sagen, schlimmer als das, was ist, kann es ja gar nicht sein. Darüber zu reden, dass es Chefsache ist, sich aber beharrlich nicht darum zu kümmern, das ist nicht meine Art“, sagte Künast.

Mit der S-Bahn müsse man systematisch nach besseren Möglichkeiten für Reparaturen, für Werkstatt-Kapazitäten und generell ein besseres Technik-Management suchen. Künast verlangte „ein systematisches Vorgehen bei der Frage, von wem und wie lassen wir uns in Zukunft fahren“. Da wisse die in Flügel geteilte SPD nicht einmal, „ob sie sollen dürfen darf“. Zugleich müsse auf Bundesebene „klar Schiff“ gemacht werden.

Es gehe nicht, dass auch die SPD den Börsengang der Bahn wolle und dass parallel „die DB AG quasi mit der Netz AG einen Gewinnabschöpfungsvertrag hat und die möglichst marode fährt, um dann mal im entscheidenden Augenblick alle Krokodilstränen zu weinen“. Ein Regierender Bürgermeister müsse vielmehr persönlich dafür sorgen, dass die Verträge geändert würden, „damit die regelmäßig neue Bahnen aussuchen, damit die ihre Schienen warten“, verlangte Künast.

Angesichts der Besetzung des Wowereit-Senates sei für Renate Künast unter Hinweis auf die SPD-Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer klar: „Diese Verkehrssenatorin kann es nicht. Aber der Regierunde Bürgermeister hat nach zwei Jahren S-Bahn-Chaos eine eigene Verantwortung.“