Weihnachtsmesse

Berlins Kopten feiern unter Polizeischutz

Die koptisch-orthodoxen Christen haben ihr Weihnachtsfest gefeiert. Zur Berliner Gemeinde gehören etwa 100 Familien. Politiker aller Parteien kamen zur Messe, um nach den Anschlägen und Drohungen ihre Solidarität zu bekunden.

Foto: AP / AP/DAPD

Unter Polizeischutz haben die Berliner Kopten am Donnerstagabend in Lichtenberg das orthodoxe Weihnachtsfest gefeiert. Mehrere Beamte sicherten die St.Antonius- und St.Shenouda-Kirche am Roedeliusplatz, nachdem am Neujahrstag mindestens 23 ägyptische Christen bei einem Selbstmordattentat in Alexandria ums Leben gekommen waren. Auf einer Internetseite hatten islamistische Fundamentalisten anschließend mit weiteren Anschlägen auf koptische Gemeinden gedroht.

Mehrere Politiker und Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen besuchten die mehrstündige liturgische Feier und trugen sich in ein Kondolenzbuch ein. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte unmittelbar vor der Zeremonie, es gebe keinerlei Hinweise auf eine akute Gefährdung koptischer Christen in Berlin. Linken-Chefin Gesine Lötzsch sagte: „Die koptische Kirche ist ein fester Bestandteil Lichtenbergs. Wir wollen die Trauer der Kopten teilen und sie ermutigen.“ Ebenfalls anwesend war CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, Lichtenbergs Bürgermeisterin Christina Emmrich und Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz. Zu späterer Stunde hatte Grünen-Chef Cem Özdemir sein Kommen geplant. Zuvor hatten die Berliner Kopten angekündigt, das orthodoxe Weihnachtsfest nur verkürzt zu feiern und auf das gemeinsame Fastenbrechen im Anschluss an die Messe zu verzichten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Donnerstag zum Schutz christlicher Minderheiten in der ganzen Welt aufgerufen. Es sei „keine kulturelle, westliche, europäische, christliche Anmaßung, dass wir unsere Werte und Freiheitsrechte für universal gültig halten“, sagte sie der „Passauer Neuen Presse“.