Prozess

Vater missbrauchte Baby - und filmte die Taten

In Berlin steht ein Mann vor Gericht, der sich an seinem zwei Monate alten Sohn vergangen haben soll. Weil der Fall laut Gericht "das Scham- und Sittlichkeitsgefühl eines Durchschnittsmenschen" verletzt, wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt das Berliner Landgericht gegen einen Vater, der seinen Säugling sexuell missbraucht haben soll. Der 25 Jahre alte für die Bundeswehr tätigen Schiffsingenieur aus Friedrichsfelde soll Bilder der sexuellen Übergriffe auf seinen zwei Monate alten Sohn im Internet angeboten haben. Nach Angaben eines Prozessbeteiligten hat der Angeklagte zum Auftakt über seinen Anwalt eine Erklärung abgegeben.

Das Strafverfahren wird zum Schutz der Intimsphäre des Angeklagten hinter verschlossenen Türen geführt. Nach vorläufiger Einschätzung des Gerichts könne im Zusammenhang mit den sexuellen Vorlieben des Mannes eine schwere Persönlichkeitsstörung vorliegen. Ein Gutachter soll beurteilen, ob eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik in Betracht kommt. Als weiteren Grund für den Ausschluss hieß es, „der schwere sexuelle Missbrauch eines Säuglings verletzt das Scham- und Sittlichkeitsgefühl eines Durchschnittsmenschen“.

Der 25-Jährige soll sich zumeist in seiner Wohnung an seinem leiblichen Sohn vergangen haben. Die Staatsanwaltschaft hat zwölf Fälle unterschiedlicher Sexualpraktiken an dem Baby ermittelt. In der Wohnung sollen außerdem mehr als tausend Dateien mit pornografischen Darstellungen anderer Kinder gefunden worden sein.

Der Junge ist über seine Mutter als Nebenkläger im Prozess vertreten. Die Frau hatte Anzeige erstattet. Ihr Lebensgefährte kam daraufhin im April in Untersuchungshaft. Nach Angaben des Anklagevertreters liegt der Strafrahmen für schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes bei zwei bis 15 Jahren.