Demonstration

Sitzblockade verzögert Neonazi-Aufmarsch

In Schöneweide haben mehrere hundert Demonstranten gegen eine NPD-Kundgebung protestiert. Die Polizei konnte aber beide Gruppen von einander abschirmen. So blieb es zunächst ruhig.

Mit Verspätung hat am S-Bahnhof Schönweide eine NPD-Kundgebung begonnen. Rund 200 Rechtsradikale haben sich dazu versammelt. Auf der Veranstaltung sollte auch der Vorsitzende Udo Voigt sprechen. Den Rechtsradikalen gegenüber stehen mehere hundert Gegendemonstranten: Rund 300 versammelten sich auf dem Bahnhofsvorplatz. Bereits am Vormittag hatten rund 120 Gegendemonstranten direkt auf dem Bahhofn eine Sitzblockade gebildet. Auf dem Bahnsteig ankommende Neonazis konnten jedoch von der Polizei abgeschirmt werden. Der Bahnhof wurde vorübergend vom Verkehr abgeschnitten, Züge fuhren durch. Bis zum Beginn der Kundgebung löste die Polizei die Blockade auf.

Auch die Gegendmonstranten vor dem Bahnhof konnte die Polizei zunächst von der rechtsradikalen Kundgebung fernhalten. So wurden Zusammenstöße verhindert. Aus Sorge um mögliche Auschreitungen hatte die Polizei bereits am Vormittag die Gegend rund um den Bahnhof weiträmig abgesperrt. So ist die Unterführung nicht passierbar und der Straßenbahnverkehr auf der Brückenstraße gestoppt. Die Berliner Polizisten werden bei ihrem Einsatz von Beamten aus Niedersachsen unterstützt.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte zuvor den Gegendemonstranten seine Unterstützung ausgesprochen. "Fremdenhass, Rassismus und Diskriminierung haben in Berlin keinen Platz", hieß es am Freitag in einer Erklärung Wowereits. Er freue sich, wenn viele Berliner sich am friedlichen Protest beteiligen.

Zahlreiche Demonstrationen bringen den Verkehr in großen Teilen Berlins an diesem Sonnabend zum Erliegen. In der Innenstadt kommt es zu den größten Behinderungen:

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