Flughafen Tempelhof

Berlin Festival soll 2011 noch größer werden

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Julius Tröger

Das Musikfestival soll im kommenden Jahr auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof "räumlich und zeitlich" ausgedehnt werden, kündigten die Veranstalter an. Die Kritik an der Organisation des diesjährigen Festivals ebbt indes nicht ab.

Die Veranstalter des Berlin Festivals wollen den Konzert-Marathon auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof im nächsten Jahr noch ausweiten. Das Festival solle räumlich und zeitlich ausdehnt werden, sagte Sprecher Carsten Stricker am Sonntag. Die Hauptbühne müsse bis 2 Uhr nachts bespielbar sein. Deswegen werde man schon bald mit Polizei und Anwohnern sprechen, so Stricker weiter.

Am frühen Sonntagmorgen war der zweite Tag der Großveranstaltung ohne Probleme über die Bühne gegangen. Höhepunkte waren die Laser- und Bühnenshow der kanadischen Sängerin Peaches und der Auftritt des Hamburger DJs Boys Noize. Mit der Londoner Band Hot Chip endete das zweitätige Berlin Festival – allerdings einige Stunden früher als geplant. Eigentlich sollte bis früh in die Morgenstunden auf dem Rollfeld unter dem Vordach gefeiert werden. Aufgrund des Vorfalls in der Nacht zu Sonnabend – das Festival wurde wegen des großen Andrangs an einer Eingangsschleuse abgebrochen – war am zweiten Tag schon um Mitternacht Schluss. Die Veranstalter wollten unkontrollierbaren Besucherströmen vorbeugen, indem sie die Shows auf allen Bühnen gleichzeitig beendeten.

Dafür war das Programm umgestellt worden. Die Auftritte kleinerer Bands wurden abgesagt, die der bekannten Musiker vorgezogen. Der geänderte Zeitplan sorgte bei den Besuchern allerdings für Verwirrung. Dabei hatte der Veranstalter das neue Programm vorher im Internet, per SMS und mit Handzetteln bekannt gegeben. Mehr Informationen als eine Nachricht auf einer Videoleinwand, in der sich die Veranstalter „für die Party“, die leider „viel zu kurz ausgefallen“ sei, bei den Besuchern bedankten, gab es auf dem Festival selbst allerdings nicht.

Indessen geht die Diskussion um die Entscheidung, das Festival am Sonnabendfrüh abzubrechen, weiter. Viele Besucher reagierten verärgert über die Festival-Organisation und forderten ihr Geld zurück. Festivalsprecher Stricker gab am Sonntag zu, man habe die Popularität von Fatboy Slim am ersten Festivaltag unterschätzt. An dem Konzept der zusätzlichen Eingangsschleusen hielt er aber fest. „Die Sicherheit ist absolut vorrangig.“

Bereits zum fünften Mal wurde das Berlin Festival ausgerichtet, dabei zum ersten Mal unter dem Dach der Berlin Music Week und zum zweiten Mal in Tempelhof.