Festnahme in Türkei

Berliner Islamisten - Polizei weist Vorwürfe zurück

In der Türkei sind drei deutsche Islamisten aus Berlin festgenommen worden. Sie waren schon länger im Visier der Fahnder, setzten sich aber ab. Die Berliner Polizei wies nun Vorwürfe zurück.

Die Berliner Polizei hat die Festnahme von drei deutschen Islamisten in der Türkei bestätigt. Sie wies zugleich Vorwürfe zurück, es habe Pannen bei der Observation in Berlin gegeben. Die Festnahme durch die türkische Polizei sei vielmehr „der Erfolg einer national wie international vernetzten Bekämpfungsstrategie“, teilte Polizeisprecher Frank Millert mit. Die drei Deutschen sitzen nach einem ZDF-Bericht in Auslieferungshaft und sollen nach Deutschland überstellt werden.

Die mutmaßlichen Terrorhelfer, ein 31-jähriger Mann und ein Paar aus Berlin, waren schon länger im Visier der Fahnder. Die Bundesanwaltschaft hatte Ende August Anklage erhoben. Sie sollen verschiedene terroristische Organisationen mit rund 4300 Euro unterstützt sowie im Internet Propagandamaterial verbreitet und sich in Ausbildungslagern der Taliban in Afghanistan aufgehalten haben.

Gegen den 32-Jährigen aus Berlin lag ein Haftbefehl vor, der außer Vollzug gesetzt war. Der Mann musste sich jedoch regelmäßig bei der Polizei melden. Trotzdem setzte er sich nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ ab und verschwand.

Bei der vorangegangenen Observation seien keine Anzeichen einer bevorstehenden Flucht festgestellt worden, erklärte die Berliner Polizei. Nach dem Verschwinden des Mannes habe man die internationale Fahndung ausgelöst, die jetzt zum Erfolg geführt habe.

Seit Anfang 2009 sind nach Angaben der Sicherheitsbehörden 40 junge Menschen aus Deutschland in die Terror-Trainingslager in Afghanistan gereist.

( dpa/sh )