U-Bahn-Bau

Marx und Engels ziehen gen Westen um

Die U-Bahnlinie 5 wird vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor verlängert. Deshalb wird jetzt das tonnenschwere Denkmal für Karl Marx und Friedrich Engels nahe der Spandauer Straße umgesetzt – mit neuer Perspektive.

Foto: dpa

Das tonnenschwere Berliner Denkmal für Karl Marx und Friedrich Engels zieht an diesem Dienstag und Mittwoch um. Für den U-Bahn-Bau werden die Bronzeskulpturen mit einem Kran von ihrem Sockel gehoben und dann in rund 80 Metern Entfernung wieder aufgestellt.

Am neuen Standort blickten die überlebensgroßen Figuren erstmals über die Spree nach Westen, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe mit. Ursprünglich war der Umzug bereits für Mai geplant.

Das Denkmal, das 1986 im Auftrag der DDR-Führung aufgestellt wurde, bleibt bis zum geplanten Abschluss der U-Bahn-Bauarbeiten im Jahr 2017 an seinem Ausweichquartier. Besonders die sitzende Figur des Karl Marx ist bei Touristen als Fotomotiv sehr beliebt. Die Bronzeknie glänzen schon, weil viele Menschen einmal bei Marx auf dem Schoß sitzen wollen.

Das Marx-Engels-Denkmal ist ein Werk des Bildhauers Ludwig Engelhardt. Er bekam den Auftrag, die Verfasser des "Kommunistischen Manifests" und Vaterfiguren des Sozialismus zu würdigen. Marx und Engels erscheinen in mehr als doppelter Lebensgröße als bärtige, leicht grimmig dreinblickende Männer im Anzug.

Beim U-Bahn-Bau wird die Linie 5 vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor verlängert. Der Großteil der Arbeiten wird unterirdisch ausgeführt. Der heutige Platz des Denkmals wird dabei für die Baustellen-Logistik gebraucht. Zur Vorbereitung des U-Bahn- Baus haben bereits archäologische Grabungen und Leitungsverlegungen begonnen. Im Frühjahr 2011 soll als erstes der Bau der unterirdischen Station Berliner Rathaus beginnen.

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