Handelskonzern

Karstadt gerettet - Investoren unterzeichnen Vertrag

Der Karstadt-Konzern ist gerettet. Das Arbeitsministerium teilte mit, die Einigung auf die Übernahme des Karstadt-Konzerns sei „nunmehr durch alle nötigen Unterschriften bestätigt". Investor Nicolas Berggruen kann den Handelskonzern damit übernehmen.

Das Amtsgericht Essen, das über den Insolvenzplan für Karstadt entscheidet, hatte zuvor mitgeteilt, es fehlten noch zwei Unterschriften der Geldgeber des Warenhaus-Vermieters Highstreet. Damit sei der Mietvertrag noch nicht in Kraft, den der Investor Berggruen für die Übernahme der Warenhauskette mit den Eigentümern der Immobilien ausgehandelt hatte.

Nu aber haben alle Gläubiger des Karstadt-Vermieters Highstreet den von Berggruen geforderten Mietsenkungen zugestimmt. Der Kaufvertrag kann damit in Kraft treten, Berggruen kann die Warenhauskette, bei der 25.000 Menschen beschäftigt sind, übernehmen. Nach der grundsätzlichen Einigung am Donnerstag hatten lediglich noch einige Unterschriften gefehlt, sie seien inzwischen aber geleistet, teilte Highstreet mit. Es wird erwartet, dass das Essener Amtsgericht nun in einem nächsten Schritt den Insolvenzplan für die Karstadt-Rettung absegnet.

Berggruen hatte am Donnerstag eine grundsätzliche Einigung mit dem Vermieter-Konsortium Highstreet verkündet, dem der Großteil der 120 Karstadt-Warenhäuser gehört. „Alle, die ja sagen mussten, haben ja gesagt“, sagte der Milliardär. „Aber die Unterschriften müssen zusammenkommen. Erst dann sind wir fertig.“ Alle Highstreet-Geldgeber mussten die Einigung absegnen.

Das Bundesarbeitsministerium bestätigte die Einigung in Berlin. In einer Mitteilung hieß es, die Übernahme des Karstadt-Konzerns durch Berggruen, sei „nunmehr durch alle nötigen Unterschriften bestätigt“. Am Mittag wollen sich Berggruen, Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg sowie die Ministerin Ursula von der Leyen und die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Margret Mönig-Raane, in Berlin äußern.

Berggruen hatte Mietsenkungen zur Bedingung für seinen Einstieg bei Karstadt gemacht. Die Gläubiger des Vermieterkonsortiums Highstreet hatten niedrigeren Mieten nach monatelangen Verhandlungen am Donnerstag grundsätzlich zugestimmt, es hatten jedoch am Freitag zunächst noch Unterschriften gefehlt, damit die Verträge auch tatsächlich in Kraft treten können.