Kopf des Tages

Thilo Sarrazin - der Unerschütterliche

Thilo Sarrazin war Wissenschaftler, Staatssekretär, Manager und Senator. Nun ist er Bundesbanker und provoziert mit seinem neuen Buch. Doch es droht ihm wohl auch von anderer Seite Ärger.

Am Montag stellt der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (65) sein neues Werk „Deutschland schafft sich ab“ in der Bundespressekonferenz vor. Sarrazin wuchs als Sohn eines Arztes in Recklinghausen auf. In seiner Zeit als wissenschaftlicher Angestellter der Friedrich-Ebert-Stiftung von 1973 bis 1974 trat er der SPD bei. Nach Stationen im Finanzministerium, bei der Treuhandanstalt, als Staatssekretär in Rheinland-Pfalz und im Vorstand der Deutschen Bahn AG wurde Sarrazin 2002 Finanzsenator in Berlin. 2009 wechselte er in den Vorstand der Bundesbank.

Sarrazin, dessen rechte Gesichtshälfte nach einer Tumoroperation am Gehörnerv beeinträchtigt ist, lebt in Westend, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Ärger droht Sarrazin nicht nur von seinem derzeitigen Arbeitgeber und seiner Partei. Nach Informationen von Spiegel Online war er offenbar über Jahre Inhaber eines Sonderausweises zur kostenlosen Nutzung eines „Diplomaten“-Parkplatzes am Frankfurter Airport. Seit Dezember 2008 ermittelt die Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen gegen einen Fraport-Mitarbeiter wegen des Verdachts der Bestechung. Dabei überprüften die Korruptionsfahnder insgesamt 247 prominente Freiparkfälle, darunter auch den von Sarrazin.

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