Haftstrafe

Libanese setzt 13-Jährigen als Dealer ein

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat einen Drogendealer zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt, weil er ein Kind Heroinkugeln verkaufen ließ. Der Mann ist einschlägig vorbestraft.

Weil er ein Kind für seine Drogengeschäfte missbraucht hat, ist ein 20 Jahre alter Libanese von einem Jugendschöffengericht in Moabit zu zwei Jahren Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. In der Verhandlung am Dienstag legte der bereits einschlägig vorbestrafte Houssein E. ein Geständnis ab. Sein Opfer, ein 13-jähriger Junge, wurde unmittelbar nach den Taten in einer Jugendeinrichtung untergebracht.

Der Angeklagte hatte dem Kind am 27. April 2010 in der Straßenbahnunterführung des S-Bahnhofs Greifswalder Straße in Prenzlauer Berg eine größere Anzahl Heroin-Kügelchen übergeben. Kunden, die sich telefonisch bei Houssein E. meldeten, wurden an den 13-Jährigen verwiesen, der den vom Angeklagten überwachten Verkauf übernahm. Die Heroin-Kügelchen hielt der Junge dabei im Mund versteckt. Einen Tag später waren der Angeklagte und sein minderjähriger Helfer erneut am S-Bahnhof Greifswalder Straße im Einsatz. Zivilfahnder der Polizei beobachteten das Duo und nahmen Houssein E. fest.

Der Einsatz von minderjährigen und damit strafunmündigen Kindern ist eine beliebte Masche der Drogenhändlerbanden, wie der Fall des als „Kinderdealer“ zu trauriger Berühmtheit gelangten Arub M. zeigt. Der Elfjährige ist in den vergangenen Monaten immer wieder von der Polizei aufgegriffen und anschließend Jugendeinrichtungen übergeben worden. Von dort setzte er sich sofort wieder ab, um kurze Zeit später wieder seiner gewohnten Tätigkeit an diversen Drogenumschlagplätzen in Kreuzberg nachzugehen. Inzwischen ist der Elfjährige in einer Einrichtung des evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks Lazarus in Brandenburg untergebracht.