Vor 49 Jahren

Berlin gedenkt der Opfer des Mauerbaus

Mit mehreren Veranstaltungen wurde heute in Berlin an den Mauerbau vor 49 Jahren erinnert. Zudem ist nun eine Straße am einstigen Grenzverlauf nach Chris Gueffroy benannt. Er war der letzte Flüchtling, der in Berlin von DDR-Soldaten getötet wurde.

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In Berlin wurde an den Beginn des Mauerbaus vor 49 Jahren und an die Opfer des DDR-Regimes erinnert. Eine Straße wurde nach Chris Gueffroy benannt.

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Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat dazu aufgerufen, das Gedenken an den Bau der Berliner Mauer und die Teilung der Stadt wachzuhalten. Die Erinnerung daran schärfe den Sinn für den Wert von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat, erklärte Wowereit zum Jahrestag des Mauerbaus vor 49 Jahren.

Am 13. August 1961 hatte die DDR-Führung begonnen, die Mauer hochzuziehen. Die deutsch-deutsche Teilung dauerte mehr als 28 Jahre. Am 9. November 1989 fiel die Mauer. "Es ist immer wieder wichtig, gegen autoritäre Regime und Diktaturen eindeutig Partei zu ergreifen“, erklärte Wowereit. „Das lehrt uns die Geschichte.“

Der Regierende Bürgermeister legte am Freitag an der Gedenkstätte in der Bernauer Straße einen Kranz zum Gedenken an die Opfer des DDR-Grenzregimes nieder. Zuvor wurden bei einer Andacht in der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen Kerzen entzündet. An der Veranstaltung nahmen auch der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Walter Momper (beide SPD), und der Vorsitzende der Stiftung Aufarbeitung, Rainer Eppelmann (CDU), teil.

In der Zimmerstraße in Berlin-Mitte fand am Mittag eine Kranzniederlegung am Peter-Fechter-Mahnmal statt. Fechter wurde 1962 bei einem Fluchtversuch von DDR-Volkspolizisten niedergeschossen und verblutete an der Mauer.

An der einstigen Sektorengrenze zwischen den Ortsteilen Treptow und Neukölln wurde eine Straße nach dem letzten getöteten Maueropfer, Chris Gueffroy, benannt. Die Britzer Allee in Treptow-Köpenick trägt seit Freitag den Namen Chris-Gueffroy-Allee. Nur wenige Meter vom heutigen Straßenschild entfernt hatte der 20-jährige Gueffroy im Februar 1989 gemeinsam mit einem Freund zu flüchten versucht. DDR-Grenzsoldaten entdeckten die beiden und eröffneten das Feuer. Gueffroy starb, sein Freund wurde verletzt festgenommen.

Nach Erkenntnissen des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam starben an der Berliner Mauer zwischen 1961 und 1989 mindestens 136 Menschen. Gesicherte endgültige Zahlen gibt es nicht.