Berliner Möbelhändler

Krieger stoppt Baupläne für Loveparade-Areal

Die Berliner Krieger-Gruppe ist nun Eigentümer des Loveparade-Areals in Duisburg. Doch die Pläne für ein Möbelhaus sind vorerst verschoben. Erst einmal sollen sich Betroffene der Katastrophe äußern.

Der Möbelhändler Krieger hat eine Möbelhaus-Pläne für das Loveparade-Gelände in Duisburg auf Eis gelegt. „Wir möchten den Angehörigen der Opfer nicht zu nahe treten“, sagte ein Firmensprecher dem Onlineportal WDR.de . „Es wäre sehr unangebracht, wenn wir jetzt mit Planungen beginnen.“ Deswegen seien alle Überlegungen zurückgestellt worden. Krieger ist Eigentümer des Geländes.

Die Berliner Krieger-Gruppe will nach früheren Angaben auf dem rund 300.000 Quadratmeter großen Gelände, dem ehemaligen Güterbahnhof, unter anderem ein "Höffner"-Möbelhaus mit Logistikzentrum bauen und einen Park anlegen. Das Unternehmen war am Mittwoch für weitere Angaben nicht zu erreichen. Bei der Loveparade in Duisburg am 24. Juli waren bei einer Massenpanik 21 Menschen getötet worden.

Der Sprecher bestätigte dem WDR, dass es interne Überlegungen zur Einrichtung einer Trauerkapelle gegeben habe. „Wir haben da aber noch keine konkreten Planungen“, sagte der Krieger-Mitarbeiter. Das Angebot eines Gedenkortes sei an die Angehörigen übermittelt worden. Jetzt warte man die Reaktionen ab.

Die Berliner Krieger-Gruppe betreibt nach eigenen Angaben unter anderem 16 Möbelhäuser der Marke „Höffner“ und beschäftigt 6000 Menschen. Mitte Mai hatte Krieger das Duisburger Gelände vom Flächenvermarkter Aurelis gekauft. Erst am Mittwoch ging die Fläche jedoch in den Besitz von Krieger über, wie Aurelis-Sprecherin Susanne Heck in Eschborn sagte. Zwischenzeitlich sei sie dem Loveparade- Veranstalter Lopavent überlassen worden.

Aurelis besitzt noch weitere 50.000 Quadratmeter in der Nähe des Krieger-Geländes. Diese sollte mit Dienstleistungsgebäuden bebaut werden. Doch auch Aurelis stellt die Vermarktung zurück. „Auf der Fläche muss zunächst an die Tragödie erinnert werden“, sagte Heck.

Unterdessen will sich die Stadt Duisburg nach einem Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) vom früheren Düsseldorfer „Focus“-Korrespondenten Karl-Heinz Steinkühler als Medienberater unterstützen lassen. „Wir nehmen zu diesem Thema keine Stellung“, hieß es dazu bei der Stadt. Allerdings äußerte sich die von der Stadt mit der Unterstützung von internen Untersuchungen zur Loveparade-Katastrophe beauftragte Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek in Düsseldorf: „Im Rahmen dieses Mandates hat die Kanzlei wie bei ähnlichen öffentlichkeitsrelevanten Verfahren einen Medien- und Politikberater hinzugezogen“, hieß es in einer Stellungnahme. Das Büro Steinkühlers verwies auf diese Stellungnahme.

Wegen Sicherheitsbedenken nach der Loveparade-Katastrophe fällt im Ruhrgebiet ein großes Begegnungsfest für Menschen mit und ohne Behinderungen aus. Die Veranstaltung „MitMenschen 2010“ war für den 5. September geplant, teilte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Münster mit. Der LWL hatte dazu mindestens 10.000 Gäste im Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen erwartet, auch zahlreiche Besucher mit körperlicher oder geistiger Behinderung. Die nochmalige strenge Prüfung aller Sicherheitsaspekte lasse aber nun keine andere Wahl als eine Absage. Vor allem für eine im schlimmsten Unglücksfall notwendige Evakuierung des Veranstaltungsortes habe man keine Lösung gefunden.