Gewalt gegen Polizisten

Vier Beamte in einer Nacht verletzt

Wieder sind Polizisten in Berlin bei Einsätzen angegriffen worden. Bei einer Verkehrskontrolle rasteten die Insassen eines Autos aus. Wenig später stürzte sich ein unter Drogen stehender Mann auf zwei Beamte.

Erneut sind Berliner Polizeibeamte im Dienst bei nächtlichen Einsätzen angegriffen und verletzt worden. In Lichtenrade und Charlottenburg leisteten in der Nacht zu Donnerstag aggressive Personen bei Kontrollen Widerstand. In beiden Fällen erlitten jeweils zwei Polizisten leichte Verletzungen.

Der erste Zwischenfall ereignete sich gegen 3.15 Uhr an der Rangsdorfer Straße in Lichtenrade. Die Polizei wollte die Insassen eines VW Polo überprüfen und wurde unvermittelt attackiert. Die drei unbekannten Männer reagierten umgehend aggressiv, wehrten sich mit körperlichem Einsatz massiv gegen die Kontrolle und besprühten die Polizeibeamten während eines Gerangels mit Tränengas. Anschließend gelang den Angreifern die Flucht zu Fuß, den Wagen ließen die Täter zurück. Die Suche nach dem Trio in der Umgebung blieb ergebnislos. Das Fahrzeug wurde zur Klärung der Eigentumsverhältnisse sichergestellt. Die leicht verletzten Ordnungshüter konnten den Dienst fortsetzen.

An der Kaiser-Friedrich-Straße in Charlottenburg gingen zwei Beamte Donnerstag früh gegen 7 Uhr Anwohnerhinweisen wegen nächtlicher Ruhestörung durch laute Musik nach. Als die Polizisten an der betreffenden Wohnungstür klingelten, schlug und trat der 19 Jahre alte Mieter unmittelbar nach dem Öffnen auf die Beamten ein. Auch nach dem Anlegen von Handschellen beleidigte und bedrohte der Mann die Polizisten weiter. Der rabiate Angreifer, der nach eigenen Angaben unter dem Einfluss der Trenddroge Tilidin stand, kam in eine Gefangenensammelstelle. Die beiden verletzten Polizisten traten vom Dienst ab. Gegen den 19-Jährigen ermittelt die Polizei jetzt wegen Bedrohung, Beleidigung und Körperverletzung.

Nach Angaben der Senatsinnenverwaltung sind in Berlin im vergangenen Jahr 492 Widerstandsdelikte gegen Polizeibeamte registriert worden.