Großeinsatz

Hilferuf - Berliner Polizei findet Frau wohlbehalten

Der nächtliche Hilferuf einer Frau hat einen Großeinsatz der Berliner Polizei ausgelöst. Die Anruferin gab an, sie werde in Berlin-Karow festgehalten. Daraufhin durchkämmten 70 Polizisten ein Waldstück. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Doch dann nahm der Fall eine andere Wendung.

Nach dem telefonischen Hilferuf einer Frau hat die Berliner Polizei ein Naturschutzgelände im Norden der Hauptstadt durchsucht. Neben 70 Polizisten seien auch ein Hubschrauber und Hunde im Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher. Die Suche blieb erfolglos, sie wurde am frühen Nachmittag abgebrochen. Denn die Polizei konnte die Frau im Berliner Stadtgebiet ausfindig machen - wohlbehalten.

Sie hatte nach Mitternacht mit ihrem Handy zwei Mal die Notrufnummer der Polizei gewählt und gesagt, sie sei eine 30-jährige Polin und werde von Männern in einem Waldstück in Karow im nördlichen Pankow festgehalten. Dann brach der Kontakt ab.

Mit Hilfe der Handyortung habe man zunächstaber das Gebiet, von dem aus angerufen wurde, eingegrenzt, sagte ein Polizeisprecher. Es handelte sich um das etwa zwei Quadratkilometer große Naturschutzgebiet Karower Teiche zwischen Bucher Straße, Pankgrafenstraße, Berliner Autobahnring und dem kleinen Fluss Panke.

Nach der Ortung startete die Polizei noch in der Nacht die erste Suchaktion, welche am Morgen fortgesetzt wurde. Das Gelände sei dicht bewachsen und von Teichen und Kanälen durchzogen, hieß es. Bei der Suche stießen die Polizisten auf eine Cannabis-Plantage und ein illegales Zeltlager. Von der Frau fehlt aber jede Spur. Allerdings handelt es sich bei den Campern ebenfalls um Polen. Sie gaben an, dass zu ihrer Gruppe auch eine Frau gehöre. Sie sei in der Stadt und wolle irgendwann zurückkehren, sagten die Polen.

Am Nachmittag wurde die 30-Jährige dann mit ihrem Bekannten beim Zechen am S-Bahnhof Gesundbrunnen angetroffen. Dies teilte die Polizei mit. Sie soll die nächtlichen Anrufe bei der Polizei bestätigt und angegeben haben, im Wald mit ihrem Freund in einen Streit geraten zu sein. Während dieser Auseinandersetzung sei es auch zu Handgreiflichkeiten gekommen. Bei der Frau gab es keine sichtbaren Verletzungen. Sie sagte den Beamten, sie wolle sich demnächst in ein Frauenhaus begeben. Der Mann aus Polen erhält eine Anzeige wegen Körperverletzung.