Kriminalität

BVG-Mitarbeiter mit Messer niedergestochen

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Michael Behrendt

In Prenzlauer Berg ist ein Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe bei einem Messerangriff verletzt worden. Er wechselte mit einem Kollegen Fahrplanschilder an Bushaltestellen aus, als er attackiert wurde.

In Berlin sind zwei Männer durch Messerstiche zum Teil lebensgefährlich verletzt worden. In einem Fall wurde ein BVG-Mitarbeiter zum Opfer, der Randalierer zur Rede stellen wollte. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Kurz vor Mitternacht war der 55-Jährige am Sonnabend mit einem Kollegen in einem Dienstfahrzeug in Prenzlauer Berg unterwegs, um Fahrplanschilder an Bushaltestellen zu wechseln. An der Schönhauser Allee beobachteten sie zwei Männer, die gegen einen VW Golf traten und dessen Motorhaube mit einem Filzstift beschmierten. Im Verlauf des nun folgenden Streitgesprächs zog einer der Unbekannten plötzlich ein Messer und stach dem 55-Jährigen damit in die Brust. Anschließend entkamen die beiden Männer zu Fuß, eine Fahndung der Polizei blieb erfolglos.

Der BVG-Mitarbeiter wurde noch vor Ort von der Besatzung eines Notarztwagens versorgt und anschließend zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus transportiert. Die Ärzte dort stellten eine schwere Verletzung fest, die allerdings nicht lebensgefährlich ist. Hinweise zu dem Zwischenfall nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Bereits gegen 20.40 Uhr war ein 27 Jahre alter Mann in Adlershof niedergestochen und lebensbedrohlich verletzt worden. Der Betrunkene soll ersten Erkenntnissen nach am Büchnerweg einen 17-Jährigen beleidigt haben und anschließend mit ihm in Streit geraten sein. Während der Auseinandersetzung wurde der Ältere von dem Jüngeren in Bauch und Schulter gestochen. Der Verletzte wurde ebenfalls zur stationären Behandlung gebracht.

Alarmierte Polizisten konnten zeitgleich den mutmaßlichen Messerstecher in Tatortnähe stellen. Bei ihm wurde auch die Tatwaffe – ein Klappmesser – sichergestellt. Der ebenfalls betrunkene junge Mann wurde zunächst zum Abschnittsgelände gebracht, wo er sich einer Blutentnahme und einer erkennungsdienstlichen Behandlung unterziehen musste. Nach der Klärung seiner Identität wurde er auf freien Fuß gesetzt. Die örtliche Polizei hat die Ermittlungen übernommen und muss unter anderem die Frage klären, wer mit der Schlägerei begonnen hat und ob der 17-Jährige das Messer möglicherweise aus Notwehr gezückt hat, um sich gegen den Älteren zu verteidigen. Auch in diesem Fall nimmt jede Polizeidienststelle Hinweise von Zeugen entgegen.

Die Polizei beobachtet die sinkende Hemmung beim Einsatz gefährlicher Gegenstände mit Sorge. „Auch die Verschärfung des Waffengesetzes hat in Berlin nicht ändern können, dass immer noch viele Menschen mit Messern unterwegs sind und sie leider auch einsetzen, um andere Menschen zu bedrohen, zu verletzen und zu töten“, so ein Polizeiführer. Zudem würden Klingen immer häufiger unter Kindern und Jugendlichen eingesetzt.