Rettungsversuch

Berliner Polizist schießt auf Kampfhund

Rettungskräfte sind in Prenzlauer Berg nicht an einen bewusstlos wirkenden Mann herangekommen, weil ein Kampfhund ihn bewachte. Ein Polizist schoss schließlich mehrfach auf das Tier.

Um einem scheinbar bewusstlosen Mann helfen zu können, haben Polizeibeamte in Prenzlauer Berg auf einen Kampfhund geschossen. Das Tier hatte sich zuvor schützend vor seinen auf dem Gehweg liegenden Besitzer gestellt und war bereit, jeden anzuspringen, der sich seinem Herrchen nähern wollte.

Gegen 12.30 Uhr hatten Passanten am Donnerstag die Feuerwehr und Polizei zur Paul-Grasse-Straße gerufen, weil dort ein Mann regungslos am Boden lag. Als die Sanitäter eintrafen, verhinderte der nicht angeleinte Bullterrier jegliche Hilfeleistung, weil er nicht von der Seite seines Herrchens wich.

Nachdem das Gesicht des Mannes bereits rot angelaufen war und eine Reanimation nach Einschätzung der Sanitäter dringend geboten schien, gab ein Polizeibeamter einen gezielten Schuss auf den Hund ab. Als der Bullterrier nun trotz Verwundung auf die Beamten zulief, stoppten diese das Tier durch vier weitere Schüsse. Dabei wurde niemand anderes gefährdet. Noch ehe sich die Helfer um den Besitzer des Hundes kümmern konnten, stand der Mann plötzlich auf und wollte sich entfernen. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,98 Promille. Der Betrunkene gab gegenüber der Polizei an, nichts von dem Einsatz mitbekommen zu haben. Die Beamten stellten seine Personalien fest. Dann verließ der 31-Jährige den Einsatzort.

Nach Angaben der Polizei wurde der Kampfhund dem Tierfang übergeben und anschließend in einer speziellen Einrichtung operiert. Offenbar hat der Bullterrier die Schüsse überlebt. Am Freitagmorgen, einen Tag nach der Operation, war das Tier laut einem Polizeisprecher am Leben.

© Berliner Morgenpost 2019 – Alle Rechte vorbehalten.