Berliner Parks

Weiteres Grillverbot - Polizei hilft bei Kontrolle

Nicht nur im gesamten Tiergarten ist das Grillen in diesen Tagen untersagt. Auch Treptow-Köpenick hat das Brutzeln auf offiziellen Plätzen verboten. Die Einhaltung wird verstärkt kontrolliert.

Foto: Sergej Glanze

Berlins Grillfreunde müssen am Wochenende zusammenrücken: Auf den öffentlichen Grillplätzen dürfte es eng werden. Nach dem Bezirk Mitte, der das Grillverbot im Großen Tiergarten bis voraussichtlich Mitte August verlängert hat, ist jetzt auch von Treptow-Köpenick das Brutzeln auf offiziellen Grillplätzen verboten worden. Wegen der Dürre ist die Feuergefahr extrem hoch.

Um das Grillverbot im Tiergarten zu kontrollieren, erhält das Ordnungsamt Mitte am Wochenende Verstärkung vom Grünflächenamt und von der Polizei. Die ein bis zwei Streifen, die an einem regulären heißen Wochenende im Tiergarten im Einsatz sind, werden angesichts des kompletten Grillverbots nicht ausreichen. Wirtschaftsstadtrat Carsten Spallek (CDU) weiß, dass das kommende Wochenende schwierig werden könnte. Er geht davon aus, dass wesentlich mehr Aufklärungsgespräche geführt werden müssen: „Schon an einem normalen Wochenende, wenn wir die Einhaltung der Parkordnung kontrollieren, haben wir viel zu tun. An diesem Wochenende werden wir Tausenden erklären müssen, warum sie im Tiergarten nicht grillen dürfen.“ Er hofft, dass angesichts der extremen Dürre die Grillfreunde einsichtig sind: „Schon durch das Zufächern von Luft auf die Grillkohle kann Funkenflug entstehen. Glasscherben wirken wie ein Brennglas. Es ist alles ausgedörrt, die Gefahr der Selbstentzündung ist groß.“

Als noch der Zaun während der Fußball-Weltmeisterschaft die Parkanlage absperrte und als Barriere wirkte, sei es einfach gewesen, das Grillverbot durchzusetzen. Das werde an diesem Wochenende sicherlich anders sein, sagt Spallek. Schilder an den Eingangsbereichen zum Grillgebiet – es umfasst rund 30 der insgesamt 200 Hektar großen Grünanlage – sollen bei der Aufklärungsarbeit helfen. Sicherlich werden auch die Strafen, die Grillfreunden winken, die sich nicht ans Verbot halten, ihre Wirkung zeigen: Im Regelfall verhängen die Ordnungskräfte bei Erstverstößen zwischen 25 und 120 Euro. Die werden außerhalb der Grillverbotszone auch fällig, wenn beispielsweise der Abstand zum Rasen zu gering ist, sodass er zerstört wird. Um gewerbliches Grillen zu verhindern, dürfen die Grills zudem nicht zu groß sein. Auch wer Aluschalen mit Grillgut direkt auf dem Rasen schmoren lässt, kann belangt werden. Die Höchststrafe von 5000 Euro, sagt der Wirtschaftsstadtrat, habe noch nie verhängt werden müssen. Sie sei für extreme Verstöße vorgesehen: Wenn Grillfans Erdkuhlen ausheben, Bäume fällen oder den Rasen komplett zerstören.

Wegen der anhaltenden Trockenheit hat auch das Bezirksamt Treptow-Köpenick bis auf Weiteres das Grillen im Treptower Park und im Schlesischen Busch verboten. Dies gelte auch für die als Grillplätze ausgewiesenen Flächen, teilt die Behörde mit. Anders in Charlottenburg-Wilmersdorf: Im Preußenpark und am Rudolf-Mosse-Platz darf man weiterhin das Steak auf dem Rost zubereiten. Denn die Plätze sind mit Pflastersteinen befestigt. Brandgefahr bestehe nicht, sagt eine Mitarbeiterin des Grünflächen- und Tiefbauamtes. Auch in Friedrichshain-Kreuzberg darf auf den ausgewiesenen Flächen gegrillt werden. Sollte es ausreichend regnen, wird auch der Bezirk Mitte das Grillverbot im Tiergarten schneller als geplant aufheben. Es sei wegen der extremen Brandgefahr verhängt worden, nicht um ein Grillverbot schleichend einzuführen, versicherte Stadtrat Stephan von Dassel (Grüne).

Gefahrloses Grillen ist auf dem Wasser möglich. Zehn Grillboote sind auf Müggelsee, Wannsee und auf der Spree am Treptower Park im Verleih. Jedes kann bis zu zehn Personen aufnehmen, die sich um den Grill in der Mitte gruppieren. Ein Feuerlöscher ist an Bord ( www.grill-boot.de ).