Brandgefahr

Bezirksamt verlängert Grillverbot im Tiergarten

Während der Fanmeile durfte im Berliner Tiergarten nicht gegrillt werden. Nun ist die Fußball-Weltmeisterschaft längst zu Ende, doch das Verbot bleibt bestehen.

Das Grünflächenamt des Bezirks Mitte will das bis Freitag geltende Grillverbot im Tiergarten um vier Wochen verlängern. Der Rasen sei durch die Hitze dermaßen ausgedörrt, dass er in Kombination mit selbstentzündlichen Pappelsamen brennen könnte. „Auf mehreren Mittelstreifen im Bezirk hat sich Pappelsamen bereits selbst entzündet, in einem Fall hatten wir sogar eine drei Meter hohe Stichflamme“, berichtet Harald Büttner, Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes. In solch einer Situation in der Parkanlage mit Feuer zu hantieren, halte er für zu gefährlich – angesichts der ohnehin extrem hohen Waldbrandgefahr. Deshalb habe er dem zuständigen Stadtrat Stephan von Dassel (Grüne) am Dienstag die weitere Sperrung vorgeschlagen – in der Hoffnung auf Regen.

Von Dassel will dem Vorschlag folgen. „Das Bezirksamt wird aber auch deutlich machen, dass unser Vorgehen kein schleichender Prozess zu einem totalen Grillverbot sein wird, sondern nur der brenzligen Wetterlage geschuldet ist“, versicherte er am Dienstagabend. Sollte es ausreichend regnen, werde der Zeitraum verkürzt.

Parknutzer ärgern sich

Immerhin soll der wegen der Fußball-Weltmeisterschaft abgesperrte Tiergarten von Mittwoch 6 Uhr an wieder zugänglich sein. Besonders Anwohner, aber auch etliche Radfahrer und Spaziergänger hatten sich geärgert, dass die Aufhebung mehrere Tage in Anspruch nimmt. Immerhin ist der Große Tiergarten mit seinen 210 Hektar als grüne Lunge Berlins Anziehungspunkt für Sportler, Picknickfans und Erholung suchende Menschen gleichermaßen. Die Grillwiesen im nördlichen Teil des Tiergartens zwischen der Straße des 17. Juni und der John-Foster-Dulles-Allee sind bei solch schönem Wetter wie jetzt nicht nur an den Wochenenden bevölkert.

Harald Büttner erklärte die tagelang anhaltende Sperrung nach dem Ende der Fußball-WM mit Sicherheitsgründen: „Auf der Straße des 17. Juni werden schwebende Lasten per Kranwagen bewegt – die Bühnen werden abgebaut, die Pavillons und die Übertragungswände. Wenn wir den Tiergarten vor dem Ende der Abräumarbeiten der Fanmeile geöffnet hätten, wäre es nicht zu verhindern gewesen, dass Menschen in diese Abbauarbeiten geraten.“

Ein weiterer Grund für die Sperrung sei die Notwendigkeit, dass der gesamte Wirtschaftsverkehr des Grünflächenamtes nicht auf der Straße des 17. Juni verkehren konnte, weil er sonst in den Abtransport der Gewerke geraten wäre. Der im Tiergarten gelegene Werks- und Wirtschaftshof sowie der Fuhrpark, der sich zwischen Siegessäule und Yitzhak-Rabin-Straße befinde, werde normalerweise über eine kleine Stichstraße zur Straße des 17. Juni erschlossen.

Nicht nur der Große, sondern auch der Kleine Tiergarten sowie andere Grünflächen wie der Lust- oder der Prinzessinnengarten würden von dort bewirtschaftet. „Mit den Fußgängern im Tiergarten wäre man eventuell noch klargekommen, aber nicht mit den Radfahrern, die oft viel zu schnell unterwegs sind. Hätten wir den Park nicht so lange gesperrt, wären gefährliche Konfliktsituationen entstanden“, sagt Büttner.