WM-Halbfinale

Jetzt geht die große Fußball-Fan-Show weiter

Heute lautet die Frage aller Fragen: Wo schaue ich das Spiel? Public-Viewing-Tipps für alle, die das Halbfinale Deutschland gegen Spanien auf der Fanmeile oder anderswo verfolgen wollen.

Jetzt geht es weiter! Egal, ob altgediente Fußballfanatiker oder Menschen, die ihre Liebe zur Fußball-WM und den Spielen der deutschen Elf erst bei diesem Turnier entdeckt haben, die Frage aller Fragen lautet: Wo schaue ich das Spiel?

Für diejenigen, die die WM nicht in ihrem Lieblingsrestaurant, ihrer Stammkneipe oder einfach zu Hause verfolgen, ist es bei jedem Deutschland-Spiel eine echte Qual, sich für den richtigen Ort zum Fußballgucken zu entscheiden.

Auch für heute, wenn die deutsche Elf gegen Spanien im Halbfinale steht, sind sich viele Berliner noch nicht sicher, wo sie das Spiel schauen werden. Die Fanmeile an der Straße des 17. Juni war zum WM-Viertelfinalspiel gegen Argentinien am vergangenen Sonnabend für 300.000 Menschen das Ziel. Das waren 50.000 weniger als zur Begegnung gegen England. Die Veranstalter haben das der enormen Hitze zugeschrieben. Für heute Abend rechnen die Fanmeilen-Macher aber wieder mit mehr Zuspruch. Schließlich gehe es um den Einzug ins Finale. Außerdem sagen die Meteorologen angenehme Temperaturen voraus. Bei 25 Grad Celsius erwarte die Berliner also bestes Public-Viewing-Wetter. Zu späterer Stunde kann es allerdings bei 15 bis 16 Grad Celsius etwas frisch werden. Dagegen helfen: heiße Gedanken ans Endspiel und im Zweifel eine Fan-Jacke zum Überziehen

Die Berliner Tourismus Marketing GmbH (BTM) zieht eine positive Zwischenbilanz. „Es ist toll, wie friedlich die Fans in großer Zahl das Fußballfest feiern“, sagte BTM-Sprecher Christian Tänzler. Er sei ganz sicher, dass sich auch bei dem brisanten Halbfinale Spanier und Deutsche „vertragen und in den Armen liegen werden“. Der Spanien-Markt habe sich im Berlin-Tourismus in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich entwickelt. Das Verhältnis sei bestens.

Weil das Halbfinale an einem Werktag stattfindet, werde es auf der Straße des 17. Juni vermutlich gegen 19 Uhr einen Engpass an den Eingängen gebe, warnt Fanmeilen-Sprecherin Anja Marx. „Wenn alle gleichzeitig nach der Arbeit kommen, gibt es Gedränge.“ Wer könne, solle besser früher auf das Areal kommen, rät sie.

Wer gar nicht erst in diese Verlegenheit kommen will, kann auch anderswo das Spiel verfolgen. Die Morgenpost stellt nachfolgend einige attraktive Public-Viewing-Orte vor:

FC Magnet Bar

Diese Bar ist ein echter Fußballclub mit wahren Fußballspielern und Fußballkennern. „Bei uns gibt es die schönsten Frauen, die authentischste Fußballatmosphäre und das intensivste Fußballfieber“, sagt Inhaber Andreas Sürken. In der Veteranenstraße wird nämlich nicht nur zur Weltmeisterschaft Fußball geguckt, sondern der FC Magnet strahlt für echte Fanatiker auch die spanische oder englische Liga aus. Heute Abend können sowohl in der Bar als auch auf Bänken draußen WM-Fans und Stammgäste das Halbfinale verfolgen. Dabei sorgt das Catering von der Elf Gaststätte mit Leberkäsbrötchen, Spätzlesalaten und Wraps für den kleinen Fußballhunger vor. Im FC Magnet in Berlin Mitte wird jeder verschossene Elfer von Podolski, jeder Treffer von Klose und jede Grätsche von Lahm von Fußballliebhabern analysiert und heftig diskutiert: Ein wahrer Geheimtipp in Berlin Mitte.

(Veteranenstr. 26, U-Bahn: Rosenthaler Platz)

Kulturbrauerei

Im ersten Haupthof (von der Danziger Straße aus) kann man heute Abend in der Kulturbrauerei Fußball genießen. Das historische Ambiente des Denkmals aus dem 19. Jahrhundert wird von den Veranstaltern zur Weltmeisterschaft für Fußball genutzt. Somit ist dieser Ort für Familien mit Fan-Vätern besonders geeignet. In der Kulturbrauerei herrscht eine sehr friedliche und gesittete Stimmung während und nach den Spielen. Wenn Deutschland spielt, kostet der Eintritt drei Euro. Fans können sich mit Würstchen und Steaks den Bauch voll schlagen. Hier wird Fußball zu Kult.

(Schönhauser Allee 36, Tickets: 030/4431 5151, U-Bahn: Senefelderplatz)

White Trash Fast Food

Für Fans, die sich so richtig was trauen, ist das White Trash Fast Food der richtige Ort, um Fußball zu gucken. Denn zu dem etwas anderen Restaurant an der Schönhauser Allee gehört auch ein integriertes Tattoostudio. Für die WM bietet aber nur das Restaurant Fußball an. Dabei wirbt es mit dem „privatesten Public Viewing der Stadt“. Mit Freunden kann man im Restaurant eine „Booth“ mit eigenem Fernseher und Service reservieren. So kann man sich ganz wie zu Hause fühlen und trotzdem die berühmten Fusion-Burger des Hauses mit Bier, Rock'n'Roll und Fußball genießen. Aber auch im Restaurant bietet das White Trash Fast Food auf zwei Leinwänden Fußballunterhaltung. DJ Shauny Mulrooney sorgt nach dem Spiel dafür, dass alle Fußballgucker das Vuvuzuela-Getröte schnell aus den Köpfen bekommen. Fußballgucken im White Trash Fast Food ist ein echtes Erlebnis.

(Schönhauser Allee 6/7, Tel.: 030/50348668, U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz)

Admiralspalast

Das Theater an der Friedrichstraße verwandelt Fußball in eine künstlerische Darbietung. Hier treffen sich heute Abend Theater- und Fußballfans, um das Spiel der Deutschen zu verfolgen. Sowohl im Innenhof des Theaters, als auch im Theatersaal kann man das Halbfinale gucken. Das Besondere im Admiralpalast ist vor allem, dass Fußballfans auf den Rängen und Logen des Theaters Stimmung machen können. Für fünf Euro kann man sich eine Loge mit exklusiver Sicht im Voraus reservieren. Im Innenhof gibt es einen Grillstand, der die Theaterbesucher mit Würstchen versorgt. Im Admiralspalast wird Fußball mit Theater vereint.

(Friedrichstraße 101, Tel.:030/32533130, U-Bahnhof Friedrichstraße)

Platoon

Der grüne Container passt zwar farblich nicht in die Alte Schönhauser Straße, aber das Konzept von Platoon passt perfekt in die Mitte des szenigen Berlin. Denn Platoon unterstützt sowohl Künstler und Subkulturprojekte in Berlin als auch eine neu entstandene Kunsthalle in Korea. Neben den außergewöhnlichen Projekten, startete das Platoon-Team auch eine Weltmeisterschafts-Aktion mit Public Viewing im Container. Zwar muss man einmalig fünf Euro zahlen, um Fußball schauen zu können, aber da nur Mitglieder reinkommen, entsteht im Platoon eine sehr lockere und freundschaftliche Atmosphäre. Von dem Eintrittsgeld werden übrigens die Projekte unterstützt: Fußball gucken und dabei auch noch was Gutes tun. Im Platoon versteht man was von Fußball: Das Runde kommt ins grüne Eckige.

(Alte Schönhauser Straße 3, Tel.: 030/2888 2160, U-Bahnhof Weinmeisterstraße)