Personalie

Treberhilfe beurlaubt ihren neuen Geschäftsführer

Wieder ist bei der Treberhilfe alles anders. Nach wenigen Wochen ist Geschätfsführer Volker Härtig bereits beurlaubt worden. Am Montag tritt sein Nachfolger an. Zudem konstituiert sich der erste Betriebsrat.

Das Personalkarussell bei der Treberhilfe dreht sich schnell. Überraschend ist jetzt der erst vor wenigen Wochen eingesetzte Geschäftsführer Volker Härtig beurlaubt worden - auf Empfehlung des Aufsichtsrates der gemeinnützigen GmbH, die sich um Obdachlose kümmert.

Es habe "erhebliche Dissonanzen" über die Art der Geschäftsführung und auch über die Umsetzung von Beschlüssen des Aufsichtsrates gegeben, sagte Frank Biskup (57). Konkreter wollte er nicht werden. Biskup wird jetzt von seinem Aufsichtsratsposten zurücktreten, um ab Montag das Unternehmen als Geschäftsführer zu leiten, neben Dietrich Fenner, der allerdings erkrankt ist.

Harald Ehlert, der die Treberhilfe 1988 gegründet hatte und wegen eines Luxus-Dienstwagens und eines hohen Gehalts in die Kritik geraten ist, hat sich von seinen Aufgaben als Geschäftsführer zurückgezogen und will die Ergebnisse der ermittelnden Staatsanwaltschaft abwarten.

Die Beschäftigten der Treberhilfe haben inzwischen einen Betriebsrat gewählt. 138 der 260 Mitarbeiter nahmen an der Wahl teil, die in den Räumen des Wohnprojekts an der Leberstraße in Schöneberg organisiert wurde. Am Montag will sich der Betriebsrat mit seinen neun Mitgliedern konstituieren. Das Arbeitsgericht hatte die Wahl eines Betriebsrates für rechtens erklärt, nachdem die Geschäftsführung sie unterbinden wollte. Eine Mitarbeitervertretung lehnen die Mitarbeiter ab, weil ein Betriebsrat mehr Mitbestimmungsrechte bietet - bei Kündigungen gebe es sonst beispielsweise nur ein Anhörungsrecht, aber kein Stimmrecht, erläuterte der Wahlvorstand.

Als Erstes will Biskup als neuer Chef eine betriebswirtschaftliche Auswertung beauftragen, um aktuelle Zahlen zu haben. Schon um dem Gerücht der Insolvenz, das seit Wochen umhergeistere und an dem nichts sei, mit Zahlen entgegenzutreten. Er habe den Eindruck, dass das Geschäft im Rahmen der üblichen Schwankungen normal laufe. Ansonsten sei ihm daran gelegen, den Betrieb in ruhiges Fahrwasser zu bringen und das Betriebsklima zu verbessern. Er kenne die Treberhilfe jetzt drei Monate und stehe auch dem neuen Betriebsrat offen gegenüber. Schließlich sei er selbst lange genug Personalratsvorsitzender in der Senatsverwaltung für Inneres gewesen.