Nach Notlandung

Flugzeug darf nicht von Tempelhof abheben

Die auf dem Tempelhofer Feld notgelandete Sportmaschine muss den früheren Flughafen auf dem Landweg verlassen. Eine Sondergenehmigung für einen Start wird nicht erteilt.

Das auf dem ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof notgelandete Kleinflugzeug wird auf dem Landweg abtransportiert. Das sagte der Sprecher der Senatsverwaltung für Verkehr, Mathias Gille, am Montag auf Anfrage in Berlin. Einen Termin dafür gab es noch nicht. Erst müssten Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung die viersitzige Socata TB 10 Tobago untersuchen, bevor sie zurück zum Flughafen Tegel gebracht wird. Eine Ausnahmegenehmigung für einen Start in Tempelhof ist rechtlich zwar möglich, aber bei den zuständigen Behörden hatte niemands erwartet, dass diese erteilt werden würde.

"Ich gehe davon aus, dass das Flugzeug auf dem Landweg zum Flughafen Tegel gebracht wird“, hatte Gille bereits am Sonntag erklärt. Die Verwaltung ist die zuständige Landesluftfahrtbehörde. „Der Flieger wird wohl auf einem Tieflader Tempelhof verlassen“, bestätigte ein Mitarbeiter der beim Luftfahrtbundesamt in Braunschweig angesiedelten Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU).

Die BFU hat die Aufgabe, Unfälle und schwere Störungen im deutschen Luftverkehr zu untersuchen und die Ursachen zu ermitteln. Die Notlandung am Sonnabend gilt als Störung. „Jetzt müssen erst einmal das Ausmaß des Motorschadens und die Möglichkeiten der Behebung geprüft werden“, sagte der BFU-Mitarbeiter. Der Sprecher der Senatsverwaltung verwies darauf, dass auf dem ehemaligen Flughafen weder eine Betankung noch eine größere Reparatur an dem kleinen Flugzeug möglich sei.

Dass der zum Freizeitgelände umfunktionierte ehemalige Flughafen Tempelhof am Sonntag trotz Fußball-WM gut besucht war, lag nur zum Teil am herrlichen Wetter. Viele der Besucher, so erzählten sie, wollten einfach mal den Ort sehen, wo am Vortag ein Sportflugzeug wegen eines Motorschadens notlanden musste. Doch von der Maschine war nichts zu sehen. Sie steht in einem Hangar im Flughafengebäude und wartet auf die vorgeschriebene Untersuchung durch Luftfahrtexperten.

Die Maschine war am Sonnabend vom Flughafen Tegel aus mit drei Passagieren zu einem Rundflug gestartet. Als der Motor plötzlich zu stottern begann und die Maschine dramatisch an Höhe verlor, setzte Pilot Manuel R. gegen 18.30 Uhr in höchster Not zur Notlandung in Tempelhof an. Sportler, Familien, die auf dem Tempelhofer Feld grillten und pielende Kinder staunten, als das Flugzeug plötzlich inmitten der Menschenmenge landete. Glücklicherweise war die Landebahn frei, niemand kam zu Schaden. Die Feuerwehr, die nach dem Notruf des Piloten mit einem Großaufgebot angerückt war, konnte wieder abziehen.

Bereits vor einer Woche war in Schönefeld ein Rosinenbomber notgelandet. Dieser Unfall ging nicht ganz so glimpflich aus.