Schinkel-Wettbewerb

So sieht der Architektur-Nachwuchs Berlins Mitte

Die Jury des Schinkel-Wettbewerbs hat erneut Beiträge von Nachwuchsarchitekten prämiert - und damit für Streit gesorgt. Denn in die Endauswahl kamen nur Entwürfe, die eine kaum bebaute historische Mitte vorsahen. Wasserflächen, Hochhäuser oder auch ein Sumpf schweben den Architekten vor.

Foto: AIV

Der renommierte Schinkel-Preis zu Ehren des berühmten Baumeisters Karl Friedrich Schinkelder geht in diesem Jahr an Stefan Drese (26) aus Hamburg. Er schlägt vor, direkt ans Spreeufer gegenüber dem Schlossneubau ein schiefwinkliges Kulturzentrum zu setzen und so ein Gegengewicht zu den Monumentalbauten der Nachbarschaft zu bilden.

Die Nachwuchsarchitekten sollten Vorschläge für die künftige Gestaltung der historischen Mitte Berlins zwischen Schloss und Alexanderplatz einreichen. Doch unter den 189 Beiträgen wurde kein einziger prämiert, der eine Rekonstruktion der durch Krieg und die DDR-Planung zerstörten historischen Mitte vorsieht - was zu Zwist in der Jury führte. Einige Jury-Mitglieder, allen voran der frühere Berliner Senatsbaudirektor Hans Stimmann, verließen daraufhin erbost die Jury. Melanie Semmer, Vorsitzende des Schinkelausschusses, sagte, die Jury habe letztendlich fachlich abgestimmt und die Entwürfe mit großer Mehrheit prämiert.

Wie berichtet, soll das Areal ab 2017 neu gestaltet werden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und sein Kulturstaatssekretär André Schmitz hatten sich für eine Bebauung ausgesprochen - der Koalitionspartner Linke ist dagegen.