Ausschreibung

Affäre um Howoge-Auftragsvergabe weitet sich aus

Von der "freihändigen" Auftragsvergabe der landeseigenen Wohnungsgesellschaft Howoge sollen außer dem Ingenieurbüro des Berliner SPD-Politikers Ralf Hillenberg auch mehrere andere Firmen ohne Ausschreibung profitiert haben. Die CDU spricht von einem Bieterkartell.

Der Skandal um freihändig vergebene Aufträge der landeseigenen Wohnungsgesellschaft Howoge weitet sich möglicherweise aus. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Florian Graf, sagte am Montag, es dränge sich der Verdacht auf, dass gezielt der Wettbewerb ausgehebelt und ein sogenanntes Bieter-Kartell organisiert worden sei. Er forderte, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. FDP-Fraktionschef Christoph Meyer sagte, der Bausumpf bei der Howoge sei „tiefer als zunächst vermutet“.

Von der Howoge-Auftragsvergabe sollen außer dem Ingenieurbüro des SPD-Politikers Ralf Hillenberg auch mehrere andere Firmen ohne Ausschreibung profitiert haben. So sei der Auftrag für die Planung von Deutschlands größtem Niedrigenergiehaus in Lichtenberg an eine Arbeitsgemeinschaft aus Hillenbergs Ingenieurbüro und einer weiteren Ingenieurgesellschaft gegangen, heißt es in einem Zwischenbericht zur Howoge-Affäre des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte.

In einem weiteren Fall bestehe der Verdacht, dass ein Auftrag mit einem Volumen von 1,2 Millionen Euro gestückelt worden sei, um eine Ausschreibung zu umgehen. Firmen, die mehrfach von Aufträgen der Howoge profitiert hätten, sollen zudem Geschäftsbüros in einem Gebäude der Howoge gemietet haben.