Bildung

An Berlins Schulen herrscht Lehrermangel

Regina Köhler und Katrin Lange

Foto: Michael Brunner

200 Lehrer fehlen nach Angaben der Vereinigung der Berliner Schulleiter an den Schulen der Hauptstadt. Vor allem Fachlehrer in den Naturwissenschaften sind Mangelware. Der Grund: Junge Lehrer wandern in die Bundesländer ab, in denen sie noch verbeamtet werden.

An den Berliner Schulen fehlen gegenwärtig rund 200 Lehrer. Zu dieser Aussage kommt die Vereinigung der Berliner Schulleiter (VBS) in der Lehrergewerkschaft GEW. Durch eine Umfrage hat sie festgestellt, dass etwa die Hälfte der Schulen unter einem zum Teil erheblichen Lehrkräftemangel leidet.

Ein weiteres Problem stellt nach Aussage der VBS der Mangel an Fachlehrern dar. Es fehlten vor allem Sonderpädagogen, aber auch qualifizierte Lehrkräfte für die Schulanfangsphase und das jahrgangsübergreifende Lernen, heißt es. An den Oberschulen würden händeringend Lehrer für Englisch, Musik, Physik, Mathematik und Chemie gesucht.

„Berlin muss seine Lehrer wieder verbeamten“, forderte Torsten Ulrich von der Initiative „Verbeamtung Jetzt“, der mehr als 400 junge Lehrer angehören. Ansonsten sei die Konkurrenzsituation zu anderen Bundesländern nicht zu bewältigen. Nordrhein-Westfalen setzte das Verbeamtungsalter gerade auf 45 Jahre herauf, Brandenburg vergebe Verbeamtungszusagen bereits im letzten Halbjahr des Vorbereitungsdienstes. „Brandenburg wirbt in Berlin aktiv und erfolgreich mit dem Beamtenverhältnis“, so Ulrich. Sogar Mecklenburg-Vorpommern beziehe neuerdings in seine langfristige Lehrkräfteplanung die Möglichkeit der Verbeamtung wieder ein.