Thilo Sarrazin

"Keine Hausaufgaben gemacht? Kindergeld kürzen!"

Berlins Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin wäre gern Bildungsminister geworden. Einige Ideen, was sich an den Schulen ändern müsste, stellte der Bundesbank- Vorstand bei einer Diskussion in Wiesbaden vor.

Eine davon: Kinder müssten jeden Tag Hausaufgaben machen, was vor Beginn des Unterrichts überprüft werde. „Und wenn sie sie nicht gemacht haben, werden die Eltern zitiert.“ Außerdem schlug er Sanktionen beim Kindergeld vor. „Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt“, sagte Sarrazin. „Was meinen sie, was auf einmal die Hausaufgaben gemacht werden.“ Der für seine markigen Sprüche bekannte Sarrazin glaubt aber selbst nicht, dass er als Bildungsminister besonders erfolgreich gewesen wäre: „Ich wäre nach einem halben Jahr rausgeflogen, es hilft also nix.“

Zu seinen provokanten Äußerungen über Ausländer sagte Sarrazin: „Ob das gelungen war oder nicht, es hat gewirkt.“ Die heftigen Reaktionen seien für ihn unerwartet gewesen. In der Berliner SPD läuft gegen Sarrazin ein Ausschlussverfahren wegen seiner Äußerungen. Auf Einladung des hessischen Integrationsministers Jörg-Uwe Hahn (FDP) diskutierte Sarrazin bei einer Veranstaltung über Integrationspolitik. Vor dem Ministeriumsgebäude protestierten am Dienstagabend Abgeordnete der Linksfraktion im hessischen Landtag gegen die Einladung Sarrazins.