Glücksspiel

Berlin erlebt eine Inflation der Spielhallen

In Berlins zentralen Bezirken wächst die Zahl der Automaten-Casinos. Die Behörden können Anträge auf eine Konzession für eine Spielhalle nicht einfach ablehnen. Einige versuchen sich mit baurechtlichen Regelungen zu helfen. Zunehmend werden aber auch Cafés zu Spielhallen umfunktioniert.

Foto: Michael Brunner

Immer mehr Spielhallen werden in Berlin eingerichtet. Politiker der Innenstadtbezirke warnen vor einer „inflationären Entwicklung“. 302 Spielhallen gab es 2008 in Berlin. 2007 waren es 262. Die Gesamtbilanz für 2009 liegt noch nicht vor. Aber Tempelhof-Schöneberg berichtet von einem Anstieg, das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von einer Flut von Anträgen, Mittes Bürgermeister Christian Hanke (SPD) von einer regelrechten Plage, die sich seit einem Jahr in seinem Bezirk entwickele. Die Spielsucht werde zur großen Gefahr in Mitte. Zudem verschandeln Casinos das Stadtbild. Rechtlich gebe es jedoch keine Handhabe.

„Wir prüfen alle Abwehrmöglichkeiten, die das Baurecht hergibt“, sagt Charlottenburg-Wilmersdorfs Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU). „Weil Spielhallen-Betreiber wissen, dass wir sehr sparsam mit Baugenehmigungen sind, werden zunehmend Cafés eingerichtet, in denen bis zu drei Automaten zulässig sind“, sagte Bernd Krömer (CDU), Baustadtrat von Tempelhof-Schöneberg. Dann würden weitere Geräte installiert. Man behalte dies aber im Auge.

Gröhler hält eine Regelung per Bundesgesetz für nötig. Er will gemeinsam mit anderen CDU-Stadträten an die Bundestagabgeordneten schreiben.