Sozialbindung

28.000 Berlinern droht Umzug wegen Mieterhöhung

Rainer L. Hein und Steffen Pletl
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Tausenden Mietern droht Obdachlosigkeit

Rund 28.000 Berlinern droht der unfreiwillige Umzug. Ihre Mieten sollen deutlich erhöht werden, weil die Förderung für den sozialen Wohnungsbau ausläuft. Viele wissen nicht, wo sie nun hin sollen, in der Umgebung gibt es nicht immer günstige Alternativen. Die Stadtentwicklungssenatorin will hart bleiben.

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Rund 28.000 Berlinern droht der unfreiwillige Umzug. Ihre Mieten sollen deutlich erhöht werden, weil die Förderung für den sozialen Wohnungsbau ausläuft. Viele wissen nicht, wo sie nun hin sollen, in der Umgebung gibt es nicht immer günstige Alternativen. Die Stadtentwicklungssenatorin will hart bleiben.

Rund 28.000 Berliner Mietern von ehemaligen Sozialwohnungen droht der Auszug aus ihrer Wohnungen, wenn ihr Vermieter nach Auslaufen der Förderung für den sozialen Wohnungsbau die Kostenmiete in voller Höhe verlangt. In der Fanny-Hensel-Siedlung in Kreuzberg etwa sollen die Mieter 7,03 Euro statt zuvor 5,33 Euro pro Quadratmeter zahlen und haben die Kündigungen erhalten. Die Mieter kämpfen seit Wochen gegen hiergegen.

Nach Auskunft des Berliner Mietervereins spitzt sich inzwischen auch für 55 Wohnungsmieter in der Kreuzberger Charlottenstraße 96 und 97 sowie den Häusern 97a und b zu. Ebenso für 28 Mieter von Wohnungen an der Belziger Straße in Schöneberg.

CDU- und Grünen-Fraktionen stellen am Donnerstag im Abgeordnetenhaus einen gemeinsamen Antrag, der den Mietern per Sondergenehmigung eine Überbrückung der Mietsituation bis 2011 ermöglichen soll. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) lehnt aber bislang eine finanzielle Hilfe ab, wenn in der Umgebung preiswerter Wohnraum zur Verfügung steht. Doch nach Auskunft von Sebastian Jung, Betroffenen-Sprecher der Fanny-Hensel-Siedlung, hatten Degewo und Gewobag keine einzige Wohnung, die bezahlbar gewesen wäre.