Großprojekt

Wie sich Chipperfield den Kudamm vorstellt

Isabell Jürgens

Foto: David Chipperfield Architects

Mit einem überraschenden Vorschlag hat Star-Architekt David Chipperfield Bewegung in den jahrelangen Streit um die Zukunft des Berliner Kudamm-Karrees und um die beiden Theater im Erdgeschoss der Problem-Immobilie gebracht. Der Brite schlägt vor, die Komödie an einen anderen Standort zu verlagern.

Star-Architekt David Chipperfield schlägt vor, die Komödie am Kurfürstendamm an einen anderen Standort zu verlagern. Er spricht von einem neu zu schaffenden Max-Reinhardt-Platz an der Uhlandstraße. Am Kudamm soll lediglich eine kleine Studiobühne entstehen. Der Vorschlag fand am Montag im Stadtplanungsausschuss von Charlottenburg-Wilmersdorf breite Zustimmung, gleichwohl sehen die Parteien noch Diskussionsbedarf. Nur die Linke lehnte den Vorschlag gänzlich ab. Scharfe Kritik kam auch von der Initiative ‚Rettet die Kudamm-Bühnen'.

Chipperfield will eine zehn Meter breite, offene Passage vom Kurfürstendamm bis zum Hochhaus im Gebäudeinneren ziehen. Kolonnaden sollen sie optisch verbreitern. Vor dem Hochhaus soll sich ein 80 Meter langer und 30 Meter breiter öffentlicher Platz zur Uhlandstraße öffnen. Die Idee: An diesem Max-Reinhardt-Platz soll das Theater einen neuen, attraktiven Standort finden.

Chipperfield: „Wir werten die Uhlandstraße auf, indem wir ein unattraktives Parkhaus abreißen und einen urbanen Platz schaffen. Außerdem werten wir das Hochhaus auf, das bislang gar keine Adresse hatte. Und vor allem werten wir das Theater auf, das durch Überbauung aus den 70er-Jahren von außen nicht mehr erlebbar ist.“

Die Ballymore-Gruppe plant den Baubeginn für 2011. Fertigstellung soll 2014 sein.