Krankenkassen

Mehr als jede zweite Klinik-Abrechnung ist falsch

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen hat im vergangenen Jahr rund 250.000 Rechnungsprüfungen in Berliner und Brandenburger Kliniken vorgenommen. Dabei kam heraus: Rund 60 Prozent aller Abrechnungen sind fehlerhaft. Die Krankenhäuser mussten deshalb 2009 Millionenbeträge an die gesetzlichen Krankenkassen zurückzahlen.

Mehr als jede zweite Klinikrechnung in Berlin ist fehlerhaft. Die Krankenhäuser mussten deshalb 2009 Millionenbeträge an die gesetzlichen Krankenkassen zurückzahlen. Allein die Barmer GEK habe im vergangenen Jahr in Berlin und Brandenburg rund 14 Millionen Euro aus fehlerhaften Abrechnungen zurückgefordert, sagte der Landesgeschäftsführer der Barmer GEK Berlin-Brandenburg, Hermann Schmitt. Man lasse die Rechnungen regelmäßig überprüfen.

Als Beispiel nannte er die Rechnung einer Berliner Klinik über eine Wirbelsäulenoperation mit Beatmung in Höhe von 51.771 Euro. Kontrollen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) hätten ergeben, dass es sich aber lediglich um eine Wirbelsäulen-OP ohne Beatmung gehandelt habe. Dafür erstattete die Barmer 9866 Euro – eine Differenz von fast 42.000 Euro. Auch die größte Regionalkasse, die AOK Berlin-Brandenburg, forderte im letzten Jahr 40 Millionen Euro wegen fehlerhafter Berechnungen zurück.

Der Medizinische Dienst hat 2009 etwa 250.000 Rechnungsprüfungen in Berliner und Brandenburger Kliniken vorgenommen. Dabei habe sich ergeben, dass 60 Prozent der Rechnungen nicht korrekt gewesen seien, sagte die Assistentin der Pressestelle, Julia Balogh. Der MDK werde immer auf Anfrage der gesetzlichen Kassen aktiv.