Katholische Schulen

Jesuiten bestätigen mehr als 100 Missbrauchsfälle

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Zahl der Opfer am Canisius-Kolleg steigt

Immer mehr Opfer und ehemalige Schüler des Canisius-Kollegs melden sich. Mittlerweile wird die Zahl der Missbrauchsopfer im dreistelligen Bereich vermutet.

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An katholischen Schulen wie dem Berliner Canisius-Kolleg gibt es mehr Missbrauchsopfer als bisher bekannt. Mehr als 100 ehemalige Schüler hätten sich bei ihr gemeldet, sagte die vom Jesuiten-Orden mit der Untersuchung der Vorwürfe beauftragte Berliner Rechtsanwältin Ursula Raue. Erstmals wurden jetzt auch Entschädigungssummen genannt.

An katholischen Jesuitenkollegs und Schulen in Deutschland sind wesentlich mehr Schüler sexuell missbraucht worden als bisher bekannt. „Es sind inzwischen mehr als 100 Fälle, die sich am Canisius-Kolleg oder bei mir gemeldet haben“, sagte die vom Jesuiten-Orden mit der Untersuchung der Vorwürfe beauftragte Berliner Rechtsanwältin Ursula Raue am Montag.

Darunter seien Opfer, die mit Namen oder anonym Angaben machten. Sie wolle versuchen, noch in dieser Woche einen Zwischenbericht vorzulegen, sagte Raue. Was sie darin vorschlage, wolle sie vorher nicht öffentlich bekanntgeben.

Mehrere Opfer im Missbrauchskandal am Berliner Canisius-Kolleg verlangen jetzt eine Entschädigung. Die Berliner Anwältin Manuela Groll, die gegenwärtig neun Betroffene vertritt, sagte, dass es sich dabei um Summen zwischen 5000 und 10.000 Euro pro Fall handeln könnte. „Meine Mandanten sind mit einer Entschuldigung nicht zufrieden, sondern erwarten eine Entschädigung vom Orden“, so Groll.

Zum Punkt möglicher finanzieller Entschädigungen der Opfer sagte der Sprecher des in München ansässigen Jesuiten-Ordens, Thomas Busch, man warte ab, was die Opfer dazu zu sagen hätten. „Für uns ist entscheidend, welche Erwartungen die Opfer an uns formulieren. Wir wollen nicht vorgeben, was wir für richtig für die Opfer hielten.“

( dpa/sei )