Nach dem Urteil

Ansturm auf Berliner Hartz-IV-Beratungsstelle

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Neuregelung der Hartz-IV-Sätze ist der Beratungsbedarf riesengroß. Im Bezirk Mitte boten zehn Anwälte nun eine kostenlose Sprechstunde an. Die Warteschlange reichte bis vor die Tür des Gebäudes.

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Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes sind Hartz-IV-Empfänger verunsichert und besorgt. Kostenlose Hilfe und Beratung bietet ein Berliner Anwaltsverein. In der Baratungsstelle ist derzeit viel los.

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Der Beratungsbedarf ist nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu den Hartz-IV-Sätzen riesengroß: Die Warteschlangen reichten bis vor die Tür. Zehn Berliner Anwälte berieten am Freitag im Bezirk Mitte kostenlos Hartz IV-Empfänger.

Nachdem die höchsten Richter am Dienstag die aktuellen Regelungen für gesetzeswidrig erklärt hatten, könnten Betroffene schon jetzt zusätzliche Sonderbedarfe anmelden, erklärte Rechtsanwalt Maximilian Gutmacher. Infrage kämen Hilfen für medizinische Behandlungen oder auch Schulmittel. „Gerade für die Jobcenter bedeutet das künftig mehr Arbeit“, ergänzte Anwalt Robert Weber.

Dem Arbeitslosen Jürgen Knopke musste der Fachmann dennoch eine Absage erteilen. Weil Knopkes Wohnung nach Hartz-IV-Maßstäben zu groß ist, hatte das Jobcenter ihm eine Heizkosten-Nachzahlung nicht erstattet. Fälle wie dieser fielen nicht unter die Sonderbedarfs- Regelung, sagte Weber.

Vorteile könnte hingegen ein 52-jähriger Besucher der Sprechstunde haben. Wegen einer Stoffwechselstörung muss er mehr Geld für Nahrungsmittel ausgeben. Bisher hatte das Jobcenter ihm diese Forderung verwehrt. „Machen sie Druck“, riet Anwalt Gutmacher in diesem Fall. Einmal im Jahr lädt der Berliner Anwaltsverein zu kostenlosen Beratungsstunden ein.