Wetterfolgen

Nach Glatteis Hunderte Verletzte in Berlin

Die Berliner erleben in diesen Tagen teilweise halsbrecherische Schlitterpartien. Viele Gehwege sind glatt wie eine Rutschbahn. Arztpraxen und die Unfallrettungsstellen der Krankenhäuser haben dementsprechend viel zu tun. Dort ist die Situation extrem angespannt.

Der tückische Wechsel von Tauwetter und Nachtfrost hat die meisten Berliner Gehwege in spiegelglatte Rutschbahnen verwandelt. Arztpraxen und die Unfallrettungsstellen der Krankenhäuser haben dementsprechend viel zu tun. Insgesamt gab es am Freitag in Berlin Hunderte Verletzte.

Bereits in den Morgenstunden füllten sich Wartezimmer mit Patienten. Bis zum Abend erwartete allein die chirurgische Rettungsstelle der Charité am Campus Virchow mehr als 100 Verletzte nach Glatteisunfällen, wie Oberarzt Tobias Lindner sagte. Die häufigsten Verletzungen waren Knochenbrüche und Prellungen. Bereits bis zum Nachmittag mussten knapp zehn Patienten mit komplizierten Handgelenk-, Oberarm- oder Sprunggelenkbrüchen operiert werden. „Die Situation ist extrem angespannt“, sagte Lindner. Wegen der Fülle der Glatteisopfer müssten andere Patienten teilweise auf weniger dringende Operationen warten.

Ähnlich war die Situation in den neun Rettungsstellen des Klinikkonzerns Vivantes und vielen Unfallpraxen. Entwarnung gibt es nicht, wie eine Vivantes-Sprecherin betonte. Sollte sich die Wetterlage nicht ändern, werde es auch in den nächsten Tagen viel Arbeit für die Ärzte geben. Und laut den Meteorologen soll es wieder Dauerfrost geben. Auch Schneefälle sind in der kommenden Woche möglich.