Sexueller Missbrauch

Jesuit und Hilfswerkgründer zeigt sich selbst an

Er ist bekannt, auf Fotos mit Prominenten zu sehen, die seine Arbeit unterstützen. Denn Pater Bernhard Ehlen ist der Gründer des Hilfswerkes "Ärzte für die 3. Welt". Doch nun hat sich Ehlen, der einst auch Lehrer am Berliner Canisius-Kolleg war, zu einem Fall von Kindesmissbrauch bekannt. Der Orden wusste schon länger davon, drängte ihn einst, den Vorstandsvorsitz im Hilfswerk aufzugeben. Doch nur ein weiterer Vorstand wurde informiert und schwieg.

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Der dritte Jesuit, über den in den vergangenen Tagen Vorwürfe wegen des sexuellen Missbrauchs bekannt geworden sind, ist der mit Abstand prominenteste: Pater Bernhard Ehlen, Gründer des Hilfswerkes „Ärzte für die 3. Welt“ mit Sitz in Frankfurt am Main. „Bernhard Ehlen ist mit sofortiger Wirkung als Vorstand zurückgetreten und ist auch nicht mehr Vereinsmitglied“, teilte der Generalsekretär des Hilfswerks, Harald Kischlat mit.

Dem Jesuitenorden seien Hinweise auf Vergehen des Priesters seit 2005 bekannt, sagte Kischlat. Im Vorstand des Hilfswerkes wurde jedoch nur eine einzige Person informiert, die 2008 das Führungsgremium verlassen habe und am Mittwoch wie Ehlen ebenfalls aus dem Verein ausgetreten sei. Ehlen selbst wurde damals vom Orden gedrängt, den Vorsitz des Vorstandes und die Geschäftsführung aufzugeben, die 2006 Kischlat übernahm.

Ehlen hat nun auf Druck des Jesuitenordens Selbstanzeige gestellt. Ihm wurden in Zusammenhang mit der Welle von Missbrauchsvorwürfen rund um das Berliner Canisius Kolleg - an dem Ehlen einst unterrichtete - von Opfern drei Übergriffe zur Last gelegt.

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