Canisius-Kolleg

Drei Hamburger Missbrauchs-Opfer offenbaren sich

Nun haben sich auch in Hamburg drei ehemalige Schüler gemeldet, die von einem der beiden verdächtigen Patres des Berliner Canisius-Kollegs sexuell missbraucht worden sein sollen. Einer der beiden Patres hatte nach seiner Zeit in Berlin am Hamburger Sankt-Ansgar-Gymnasium gearbeitet.

Im Zuge des Skandals um den sexuellen Missbrauch von Schülern am Berliner Canisius-Kolleg haben sich nun auch in Hamburg drei ehemalige Schüler gemeldet. Auch an ihnen soll sich einer der beschuldigten Jesuiten-Priester früher ebenfalls vergriffen haben, sagte der Schulleiter des dortigen Sankt-Ansgar-Gymnasiums, Friedrich Stolze.

Einer der zwei Ordensbrüder, Wolfgang S., hatte nach seiner Zeit in Berlin als Lehrer an der damals von dem Orden geleiteten Schule in Hamburg von 1979 bis 1982 gearbeitet, die inzwischen eine katholische Schule unter Leitung der Kirche ist. Zwei Betroffene hätten sich bei ihm gemeldet, ein weiterer sei an das Bistum in Hamburg herangetreten, sagte Stolze. Eines der potenziellen Opfer habe ihm gegenüber deutlich gemacht, dass voraussichtlich noch mit weiteren Meldungen von Missbrauchsopfern zu rechnen sei. S. hatte sich bereits zu den Taten bekannt.

Mit dem Bekanntwerden weiterer Fälle von sexuellem Missbrauch rechnete auch das Jesuiten-Kolleg St. Blasien im Schwarzwald, an dem der heute in Südamerika lebende verdächtige 65 Jahre alte Priester nach seiner Hamburger Zeit von 1982 bis 1984 unterrichtet hatte.