Sexueller Missbrauch

Tatverdächtiger Ex-Pater verlässt offenbar Berlin

Einer der beiden wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigten ehemaligen Lehrer des Canisius-Kollegs, Ex-Pater Peter R., soll am Morgen Berlin mit unbekanntem Ziel verlassen haben. Am Nachmittag besucht der deutsche Jesuiten-Chef Stefan Dartmann die katholische Elite-Schule. Er kündigte an, die Vorwürfe „vollständig aufklären" zu wollen.

Wegen des Missbrauchsskandals am Berliner Canisius-Kolleg wird am Montag der deutsche Ordenschef der Jesuiten in dem katholischen Gymnasium erwartet. Provinzial Stefan Dartmann will dort für Fragen zur Verfügung stehen, wie der Orden mitteilte.

An der Berliner Eliteschule sollen zwei Lehrer zwischen 1975 und 1982 mindestens 22 Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Bis Mitte Februar soll dazu ein Untersuchungsbericht erstellt werden. Dartmann hatte zuvor eine „vollständige Aufklärung im Interesse der Opfer“ angekündigt. Der Rektor des Kollegs, Pater Klaus Mertes, hatte vergangene Woche die Vorfälle öffentlich gemacht.

Einer der beiden tatverdächtigen ehemaligen Lehrer, Ex-Pater Peter R. (69), wurde am frühen Montagmorgen dabei beobachtet, wie er seine Wohnung in Berlin-Lichterfelde mit einer Reisetasche verließ und in einem Taxi mit unbekanntem Ziel davon fuhr. Auf Fragen von Journalisten antwortete er vor dem Einsteigen ins Taxi lediglich: "Ich war es nicht". Ex-Pater Wolfgang S. (65), der heute in Chile lebt, hatte seine Taten am Wochenende öffentlich eingestanden, R. streitet hingegen alle Vorwürfe ab.