Im Prozess um die lebensbedrohliche Attacke von vier Brandenburgern gegen einen 22 Jahre alten Studenten in Friedrichshain hat die Verteidigung eine Strafe von höchstens sieben Jahren für den Haupttäter beantragt. Damit blieb der Anwalt nur wenig unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Vier Brandenburger, die mutmaßlich der Neonazi-Szene angehören, hatten in der Nacht zum 12. Juli 2009 in Berlin-Friedrichshain einen 22 Jahre alten Studenten aus der alternativen Szene attackiert und ihn mit einem sogenannten Bordsteinkick lebensgefährlich verletzt. Im Prozess vor dem Berliner Landgericht hat nun die Verteidigung eine Strafe von höchstens sieben Jahren beantragt. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor acht Jahre Haft wegen versuchten Totschlags für den 26 Jahre alten Haupttäter gefordert. Das Urteil wird noch an diesem Donnerstag erwartet.

Nach Überzeugung des Anklägers handelte der Haupttäter spontan aus Wut auf einen vorangegangenen Angriff einer Gruppe offenbar Linker. Zwei Mitangeklagte im Alter von 21 und 23 Jahren sollen nach dem Willen des Anklägers wegen Körperverletzung jeweils drei Jahre in Haft. Ein Mann sei freizusprechen. Der Vorwurf des versuchten Mordes hatte sich in dem Prozess nicht erwiesen.

Die vier Freunde aus Brandenburg hatten in einer Diskothek gezecht und waren auf dem Heimweg von einer Gruppe offenbar Linker angegriffen worden. Der Streit entwickelte sich um ein Hemd eines Angeklagten, das in der rechten Szene beliebt ist. Ein Angeklagter erlitt eine blutende Kopfwunde. Der Haupttäter wollte seinem Freund eigenen Angaben nach helfen. Er sei ausgerastet.