Hammerbande

Berliner geht für Juwelenraub ins Gefängnis

Knapp acht Jahre nach einem Raubüberfall der von Juwelieren gefürchteten Hammerbande ist ein 29-jähriger Mann verurteilt worden. Der gelernte Konditor hatte im Prozess am Berliner Landgericht zugegeben, einen Juwelierladen Unter den Linden in Mitte im März 2002 mit ausgeraubt zu haben.

Drei Jahre und neun Monate Haft lautete das Urteil des Berliner Landgerichts gegen den Familienvater, der im Auftrag der so genannten Hammerbande einen Berliner Juwelier ausgeraubt hatte.

Mit einem Komplizen hatte der heutige Familienvater im Auftrag von Drahtziehern hochwertige Uhren im Gesamtwert von knapp 160000 Euro erbeutet. Er selbst erhielt rund 2000 Euro. Der Mittäter hatte die Vitrinen gemäß der Masche der Bande mit einem Hammer zertrümmert. Der Angeklagte hielt das Personal mit einer Waffenattrappe in Schach.

Der Konditor war laut Urteil in einer Diskothek angesprochen worden, ob er sich an einem Raub beteiligen wolle. Als er später kalte Füße bekam und aussteigen wollte, wurde er nach eigenen Angaben bedroht. Auch sei er um seine damals schwangere Frau besorgt gewesen.

Die Hammerbande hatte bundesweit Millionenschäden bei Juwelieren angerichtet. Nach Auskunft eines führenden Ermittlers gilt die in Polen ansässige Gruppierung als zerschlagen. Die Bosse seien dort zu hohen Strafen, teilweise im zweistelligen Bereich, verurteilt worden, sagte der Kriminaloberkommissar am Rande des Prozesses. Der Angeklagte wurde im vergangenen Sommer in Frankreich verhaftet. Zum Prozess wurde der Mann nach Berlin ausgeliefert. Seine Familie lebt jetzt in England.