Hilfe für Berliner Obdachlose

Erste Spenden sind da - warme Sachen benötigt

Rund 10.000 Menschen leben in Berlin auf der Straße, gerade jetzt in den eiskalten Nächsten, sind die Notunterkünfte überfüllt. Drei Männer in diesem Winter bereits an den Folgen der Kälte gestorben. Morgenpost Online und der Radiosender 104.6 RTL haben gemeinsam zu einer großen Spendenaktion aufgerufen. Die ersten Spenden sind bereits da.

„Es muss schrecklich sein, bei dieser Kälte kein Dach über dem Kopf zu haben.“ Brigitte Czerwinka fröstelt bei diesem Gedanken. Deshalb hilft die 57 Jahre alte Maklerin aus Steglitz, wo sie kann. Gerade hat sie einen ungetragenen Skianzug, warme Wollpullover und Schals ihres Lebensgefährten Thomas Scholz beim Radiosender 104.6 RTL am Kurfürstendamm 207–208 in Charlottenburg abgegeben. Thomas Scholz hat am Donerstag von der großen, gemeinsamen Spendeaktion der Berliner Morgenpost und 104.6 RTL gelesen und sofort seinen Kleiderschrank nach neuwertigen und wärmenden Sachen durchgesehen. Zusammen mit den vielen anderen Schlafsäcken und Winterjacken, die sich bereits im Foyer des Radiosenders türmen, wird auch Czerwinkas Spende an die Berliner Stadtmission übergeben.

Und einer der rund 10.000 Berliner Obdachlosen, die täglich auf Berlins Straßen, in den U-Bahnhöfen und Kaufhauseingängen unterwegs sind, wird sich über die wärmende Gabe freuen. Vielleicht wird sie ihm sogar das Leben retten. Denn trotz der Minusgrade halten sich immer noch viele Wohnungslose auch nachts im Freien auf. Drei Männer sind in diesem Winter in Berlin bereits gestorben, erst am Montag ist ein 55-jähriger Mann aus Friedrichshain in einem Krankenhaus den Folgen seiner Erfrierungen erlegen.

Der Morgenpost-Leser Klaus Arndt (70) ist aus Schöneberg zur Stadtmissions-Zentrale an die Lehrter Straße 68 beim Hauptbahnhof gefahren, um drei dicke Wander-Schlafsäcke abzugeben. „In einem habe ich im Februar auf der Zugspitze übernachtet“, sagt der passionierte Bergsteiger. Darin würde niemand frieren, weiß er aus eigener Erfahrung. Da Klaus Arndt sein Hobby aus Altersgründen aufgeben musste, braucht er die Schlafsäcke nicht mehr. „Wenn ich sie spende, dann hat wenigstens jemand anderes noch was davon.“

Auch wenn bereits viele Morgenpost-Leser und 104.6 RTL-Hörer ihre Spenden abgeben haben, es reicht noch lange nicht. Jede Nacht kommen rund 160 Obdachlose in die Notunterkunft an der Lehrter Straße, und der Kältebus der Stadtmission ist jede Nacht unterwegs, um Menschen, die im Freien übernachten, mit Tee, Suppe und Wintersachen zu versorgen. „Wir bräuchten noch mehr richtig warme Sachen“, sagt Stadtmissions-Sprecherin Ortrud Wohlwend.

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