Kabarett

Hirschhausen im Tempodrom letztmals auf einer Berliner Bühne

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Ulrike Borowczyk
Eckhart von Hirschhausen braucht mehr Zeit für seine Stiftung „Gesunde Erde – Gesunde Menschen“.

Eckhart von Hirschhausen braucht mehr Zeit für seine Stiftung „Gesunde Erde – Gesunde Menschen“.

Foto: Dominik Butzmann

Entertainer, Kabarettist und Mediziner Eckart von Hirschhausen verabschiedet sich im Tempodrom mit "Endlich" von seinen Berliner Fans.

Berlin. Kabarettisten lieben die Bühne. Eckart von Hirschhausen natürlich auch. Der Berliner Entertainer hat allerdings bekanntlich viele Facetten. Er sagt: "Ich bin Arzt. Ich möchte Sie alle gut behandeln." Daher steigt er auch gern von der Bühne runter, um mit dem Publikum auf Tuchfühlung zu gehen. Er fragt, wer ihn schon mal live gesehen hat, wer aus einem Pflegeberuf ist. Und ist so von Beginn an auf Du und Du mit den Zuschauern.

Nicht ohne Hintersinn. Deutschlands bekanntester Doktor ist nämlich überzeugt vom Miteinander. Vor allem, wenn es um sein großes Anliegen geht: Das Klima und damit die Menschheit zu retten. Darum geht es unter anderem in seinem Programm "Endlich".

Eckart von Hirschhausen hört auf – Mehr Zeit für Stiftung und Klima

Darüber vergisst man beinahe, dass der 55-Jährige mit gleich zwei Vorstellungen im Tempodrom letztmals in Berlin als Kabarettist auf der Bühne zu erleben ist. Der Showmaster will sich zukünftig verstärkt seiner Stiftung "Gesunde Erde - Gesunde Menschen" und dem Klimaschutz widmen.

Vorher zeigt er noch einmal, was sein "Medizinisches Kabarett" so einzigartig macht. Es ist kluges Infotainment, das humor- und lustvoll animiert zur entspannten Selbstvergessenheit. Von Selbstoptimierung hält Hirschhausen erfrischenderweise rein gar nichts. Selbstredend weiß er, dass Bewegung wichtig ist, um halbwegs fit alt zu werden. Er verrät, dass er immer noch alles kann. So wie vor 20 Jahren. Nur nicht mehr alles an einem Tag.

Der Tod als Motor des Lebens – Ohne wäre es sterbenslangweilig

Nach einem Schnelldurchlauf durch seine Bühnenkarriere, dreht sich das Solo vornehmlich um die Zeit. Die eigene Endlichkeit. Und wie man das Leben am besten genießen kann. Etwa begleitet vom Pianisten Christoph Reuther mit einem Exkurs über die enge Verbindung von Mensch und Musik, bei dem sogar gesungen wird. Nicht wirklich schön, aber mit Inbrunst für die gute Laune.

Es geht auch um den Tod. Nicht als Feind, sondern als Motor des Lebens. Ohne die Endlichkeit, findet Hirschhausen, wäre alles sterbenslangweilig. Und er erinnert daran, dass man auf keinen Fall vergessen sollte, trotzdem zu lachen. Carpe Diem. Allein, weil er uns als Kabarettist mit einem Lächeln innehalten und nachdenken lässt, wird Eckart von Hirschhausen auf der Bühne fehlen.