Letzte Generation

Spezialambulanz im Stau: Klima-Blockade am Frankfurter Tor

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Sebastian Kohler
Ein Aktivist der Gruppe "Letzte Generation", blockiert eine Kreuzung.

Ein Aktivist der Gruppe "Letzte Generation", blockiert eine Kreuzung.

Foto: Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Erneut ist es bei einer Blockade-Aktion der "Letzten Generation" zur Beeinträchtigung eines medizinischen Notfalleinsatzes gekommen.

Berlin. Die Proteste der Klimaschutz-Bewegung "Letzte Generation" haben sich auch am Freitag fortgesetzt. Bei der Blockade-Aktion am Frankfurter Tor im Bezirk Friedrichshall brachten sie den Verkehr zum Erliegen. Und erneut hatte die Demonstration Beeinträchtigungen für einen medizinischen Notfalleinsatz zur Folge. Eine Spezialambulanz für Schlaganfallpatienten auf dem Weg zum Patienten stand im Stau und war gezwungen, über den Bürgersteig sowie Grünflächen auszuweichen.

Krankenwagen für Schlaganfall-Patient gerät in Blockade der "Letzten Generation"

Das 12 Tonnen schwere Stroke-Einsatz-Mobil, kurz: Stemo, verließ angesichts der Notlage die Fahrbahn von Osten kommend auf der Proskauer Straße und konnte erst nach 250 Metern wieder auf die Petersburger Straße einlenken. Polizeigewerkschaftssprecher Benjamin Jendro äußerte sich kritisch zum Klimaprotest: "Es ist unglaublich, wie grob fahrlässig die Klebenden mit der Gesundheit anderer Menschen umgehen. Bei Schlaganfällen zählt wirklich jede Sekunde und dank der Stemos können lebenswichtige Maßnahmen ohne Zeitverlust eingeleitet werden."

Da bei Schlaganfällen meist jede Minute über Leben und Tod oder zumindest enorme gesundheitliche Langzeitschäden geht, wurde 2011 die speziell für den Zweck ausgerüstete Ambulanz in Berlin eingeführt.

Orchester spielt klassische Musik bei Verkehrssperre

In bereits bekannter Manier nutzten die Aktivisten der "Letzten Generation" Sekundenkleber um sich mit den Handflächen am Straßenbelag festzkleben. Bei der Auflösung des Protests ging die Berliner Polizei robust zuwerke. Zwei der Klimaaktivisten klagten nach dem Ablösen der Hände über schmerzende Schürfwunden und ließen sich medizinisch versorgen.

An der Blockade am Frankfurter Tor nahm auch das Orchester Lebenslaute teil, wie der "Tagesspiegel" berichtete. Die Musikanten spielten auf der Fahrbahn klassische Stücke und sperrten ebenfalls den Straßenverkehr auf einer Spur.

Polizeiangaben zufolge waren über 230 Einsatzkräfte beteiligt. "Wer mutwillig Staus verursacht und gar nicht gewährleisten kann, dass die Bildung von Rettungsgassen möglich ist, spielt mit Menschenleben", erklärte Jendro. Er bezeischnete die Blockade-Aktionen wichtiger Verkehradern als "Nötigung und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr."

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