Anzeige
Multi-SIM

Multicards: So funktionieren sie, das steckt dahinter

Eine Nano-SIM-Karte bringt verschiedene Geräte ins Mobilfunknetz.

Eine Nano-SIM-Karte bringt verschiedene Geräte ins Mobilfunknetz.

Foto: iStock/AndreyPopov

Sie bietet Smartphone, Tablet und Co den Zugang zum Mobilfunknetz und somit zur digitalen Welt: die SIM-Karte. Diese winzige Plastik-Chipkarte enthält die Teilnehmerkennung, mit der sich Mobilfunkkunden gegenüber dem Netz ausweisen. Doch weil immer mehr Geräte Kontakt zum Netz suchen, können Nutzer mit sogenannten Multicards oder Multi-SIMs auch mehrere solche Chipkarten verwenden. Bis zu zehn solcher Karten lassen sich, beispielsweise bei o2, sogar gleichzeitig nutzen.

Besonders aktive Nutzer des weltweiten Datennetzes besitzen typischerweise mehr als ein Gerät, das per Mobilfunk online gehen kann. Zum Beispiel ein Smartphone, ein Tablet und ein Notebook mit eingebautem LTE- oder 5G-Modem. Auch in vielen Autos findet sich ein Steckplatz, der ein fest installiertes Autotelefon ans Netz bringt – sofern der Nutzer eine SIM-Karte einsteckt. Also ein „Subscriber Identity Module“, wie die ausgeschriebene englische Bedeutung des Kürzels SIM lautet.

Und immer weitere Geräte mit einem SIM-Karten-„Slot“ kommen hinzu. Beispielsweise GPS-Tracker, mit denen sich die aktuelle Position eines Fahrrads oder sogar des geliebten Haustiers nachverfolgen lässt. Oder Smartwatches, von denen teurere Modelle oft selbstständig eine Online-Verbindung aufbauen können.

Für jedes Gerät eine eigene SIM-Karte

Die Mini-Chipkarte jedes Mal nach Bedarf von einem ins andere Gerät umzustecken, ist unpraktikabel. Zumal vor allem das Smartphone ja kaum auf den dauerhaften Kontakt zum Netz verzichten kann. Auf diesen zunehmenden Bedarf haben die Mobilfunkanbieter reagiert und bieten wie sogenannte Multicards oder Multi-SIMs an. Entscheiden sich Kunden von o2 für einen sogenannten „Boost”-Tarif, können Sie mit der „Connect”-Option sogar insgesamt bis zu 10 SIM-Karten unter derselben Rufnummer nutzen.

Man erhält also zu einem Mobilfunkvertrag mehrere Chipkarten, die der Nutzer dann in verschiedenen Geräten einstecken kann. Alle Karten aus dem Verbund teilen sich das im Vertrag enthaltene Datenvolumen und auch die zugehörige Mobilfunknummer.

Die gemeinsame Rufnummer macht es möglich, dass etwa bei einem ankommenden Anruf mehrere Geräte gleichzeitig klingeln – beispielsweise das Smartphone und ein im Auto fest eingebautes Telefon. Der oder die Angerufene kann dann entscheiden, an welchem Gerät er oder sie das Gespräch annimmt.

Bei SMS-Kurznachrichten ist es aus technischen Gründen allerdings nicht möglich, dieselbe Nachricht auf mehreren Empfangsgeräten zuzustellen. Deshalb müssen Besitzer einer Multicard festlegen, welches ihrer Geräte das „Haupt-Telefon“ ist beziehungsweise die Nachrichten empfangen soll. Das lässt sich entweder auf der Weboberfläche beziehungsweise in der Kunden-App des Anbieters einstellen. Oder auch durch Eingabe eines Steuercodes wie beispielsweise *125# am gewünschten Empfangsgerät.

Empfänger nach Bedarf festlegen

Einige Anbieter bieten sogar noch deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten. So es ist etwa im o2-Netz möglich, eingehende Anrufe gezielt auf bestimmte Geräte zu beschränken, beim Kurznachrichten-Empfang zwischen SMS und MMS zu unterscheiden und dafür auf Wunsch unterschiedliche Empfangsgeräte einzustellen, sowie die netzbasierte Standortermittlung nur für bestimmte Karten zu aktivieren.

Bei o2 heißt das entsprechende Angebot neben der normalen „Multicard“-Option „Connect”. Privatkunden mit einem „Boost”-Tarif und gewählter „Connect”-Option können hier bis zu drei SIM-Karten (eine Haupt-SIM und zwei Multicards) sowie weitere sieben „Connect”-Cards für Nebengeräte ohne Mehrkosten pro Karte erhalten. Zwei der Karten lassen sich in diesem Fall für Sprachdienste nutzen, alle weiteren sind im Grunde reine Daten-Karten etwa für Tablets oder Notebooks. Das verbrauchte Datenvolumen wird (wie andere Leistungen auch) jeweils dem Hauptvertrag zugeordnet und über diesen abgerechnet.

Darüber hinaus gibt es Multi-SIMs auch bei einer Reihe von Mobilfunk-Discountanbietern. Die genauen Konditionen sollten Interessenten auf der Webseite ihres Anbieters nachschauen – in der Regel ist das Angebot bei den besonders günstigen Mobilfunkanbietern aber auf höchstens drei SIM-Karten begrenzt.

Bei allen deutschen Netzbetreibern lässt sich neben den klassischen Plastikkarten übrigens auch eine sogenannte eSIM als eine der Mehrfach-Karten buchen. Bei dieser Variante wird die SIM-Karte sozusagen virtuell: die Teilnehmerberechtigung wandert als digitales Profil in einen Spezialchip, der im Gerät fest eingebaut ist. Dieser eSIM-Chip übernimmt dann die Rolle der SIM-Karte. Die populärsten Geräte mit eSIM-Integration sind die mobilfunktauglichen Modelle der Apple Watch, Samsungs Galaxy Watch 3 oder die Huawei Watch 2.

Auf die Kosten achten

Bei allem Komfort sollten Interessenten natürlich auch die Kosten im Blick behalten. Hier gibt es zwischen den Mobilfunkanbietern einen wichtigen Unterschied: o2 beispielsweise berechnet für Multicards bei seinen aktuellen Tarifen nur eine einmalige Aktivierungsgebühr – sie deckt die Produktionskosten für die Plastik-Chipkarte ab. Bei anderen Anbietern schlägt jede gebuchte SIM-Karte hingegen mit rund 5 Euro pro Monat zu Buche. Bei Nutzung mehrerer Multi-Karten können sich so jeden Monat recht deutliche Zusatzkosten aufsummieren.

Sobald mehrere Multicards zum Einsatz kommen sollen, lohnt fast immer der Aufpreis für den oben erwähnten „Boost”-Tarif bei o2. Dieser beinhaltet nicht nur ohne Mehrkosten die „Connect”-Option für eine Vielzahl von SIM-Karten, sondern auch deutlich mehr Inklusiv-Datenvolumen. Schließlich addiert sich das auf jedem einzelnen Gerät verbrauchte Volumen zum monatlichen Gesamtverbrauch auf. Wer da zu knapp kalkuliert, stößt möglicherweise schon deutlich vor Monatsende ans Kapazitätslimit seines Mobilfunkvertrags und muss eventuell mit stark reduzierter Datenrate weitersurfen.

Neben Multi-SIMs bieten fast alle Anbieter alternativ auch reine Daten-SIMs oder Zusatz-SIM-Karten an. Zusatz- oder Kombi-SIM-Karten sind zum Beispiel für weitere Familienmitglieder gedacht, von denen natürlich jeder unter einer eigenen Rufnummer erreichbar sein soll. Ob hingegen eine reine Daten-Karte für Tablet oder Laptop günstiger ist als eine Multi-SIM mit höher dimensioniertem Mobilfunktarif, ist ein Rechenexempel – das in der Regel zu Gunsten der Multicards ausfällt.

Da sich die Multi-SIMs heute sehr komfortabel nutzen lassen, bietet ein zusätzlicher, separater Daten-Vertrag in der Handhabung kaum mehr Vorteile. Gerade bei Anbietern wie o2, bei denen keine laufenden Kosten für die Multicards anfallen, kann man sich stattdessen überlegen, ob etwa einem älteren Smartphone, Tablet, GPS-Tracker oder einer Smartwatch nicht auch noch per weiterer SIM-Karte neues Leben einhauchen möchte.

Advertorial – was ist das?