Bildung

Berliner SPD will Abiturtermin verschieben

Prüfungen sollen später beginnen, damit Präsenzunterricht nachgeholt werden kann. CDU fordert Entlassung von Senatorin Scheeres.

Das Abitur wird auch in diesem Schuljahr eine Herausforderung - pandemiebedingt fehlt zunehmend Präsenzunterricht. Der soll nachgeholt werden, fordert nun die SPD.

Das Abitur wird auch in diesem Schuljahr eine Herausforderung - pandemiebedingt fehlt zunehmend Präsenzunterricht. Der soll nachgeholt werden, fordert nun die SPD.

Foto: Felix Kästle / dpa

Berlin. Geht es nach der Berliner SPD, sollen die Abiturtermine in der Hauptstadt dieses Jahr "um mindestens sechs Wochen" nach hinten verschoben werden. So steht es in einem Beschluss des SPD-Landesvorstands. Ziel sei, so eine "Rückkehr zum Präsenzunterricht sowie eine ausreichende Vorbereitung für die Prüfungen zu ermöglichen", heißt es in dem Papier. Da die Sommerferien in Berlin auch in diesem Jahr sehr früh liegen, ist der Beginn der Abitur-Prüfungsphase bislang Ende März geplant. In Bayern dagegen beginnen die Prüfungen erst Ende Mai.

Berlins Schüler hätten so womöglich einen Nachteil gegenüber anderen Bundesländern, heißt es weiter. Deshalb solle das Land Berlin innerhalb der Kultusministerkonferenz zusammen mit anderen Bundesländern, die ähnlich frühe Abiturtermine haben, den "Schulterschluss suchen" und sich auch "für eine Erleichterung der Abiturprüfung" einsetzen.

Sekundarschulleiter Sven Zimmerschied von der Friedensburg-Oberschule in Charlottenburg findet diesen Schritt "etwas voreilig". Es seien für das diesjährige Abitur bereits Maßnahmen getroffen worden, die auf die Pandemie-Situation reagieren. Und grundsätzlich laufe der Online-Unterricht in dieser Altersgruppe gut. Deshalb halte er nichts von vorschnellem Verschieben; besonders, weil es dann hinten heraus zeitlich mit Nachschreibeterminen eng wird.

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CDU-Fraktion fordert üppige Schnellteststrategie für Schulen

Auch die Berliner CDU-Fraktion möchte in der Bildungspolitik mitwirken und stellte deshalb drei Dringlichkeitsanträge zum Thema Schule, die in der Parlamentssitzung an diesem Donnerstag besprochen werden sollen. So fordert man den Einbau von Luftfiltern in allen Klassenzimmern und auch eine üppige Schnellteststrategie, damit Schüler und Beschäftigte zweimal die Woche getestet werden können. Die Kosten dafür betragen allerdings monatlich rund 20 Millionen Euro. Aber der "Schaden für Kinder, Eltern und Familien", wenn auch im Februar der Präsenzunterricht fehle, sei viel größer als diese Summe, so der bildungspolitische Sprecher der CDU, Dirk Stettner.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bestätigte, man wolle „nun möglichst bald auch flächendeckende Schnelltests für das Schulpersonal und Schüler einführen". Dazu sei man mit der Senatsverwaltung für Gesundheit im Gespräch. Auch die ersten Luftfilter seien inzwischen in den Bezirken Steglitz-Zehlendorf und Friedrichshain-Kreuzberg eingebaut, sagte ein Sprecher der Bildungsverwaltung.

Für die Berliner CDU-Fraktion reicht das nicht aus. In einem dritten Dringlichkeitsantrag wird der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) aufgefordert, die Bildungssenatorin zu entlassen. Anlass ist das Kommunikations-Chaos um die Schulöffnung in der vergangenen Woche. Da habe sich die "Unfähigkeit der Senatorin" wie "unter einem Brennglas" gezeigt, so Stettner.

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